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Schwarzkümmelöl: Wirkung, Anwendung und Inhaltsstoffe

Schwarzkümmel Produkte

iStock/mescioglu

Schwarzkümmel (Nigella sativa) ist eine traditionsreiche Gewürz- und Heilpflanze aus der Familie der Hahnenfussgewächse. Aus ihren kleinen schwarzen Samen wird Schwarzkümmelöl gewonnen, das sowohl in der Küche als auch zur äusserlichen Anwendung genutzt wird. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Inhaltsstoffe Schwarzkümmelöl enthält, welche Wirkungen und Anwendungen ihm zugeschrieben werden, wie es eingenommen werden kann und worauf bei der Verwendung zu achten ist.

Schwarzkümmel, Kreuzkümmel und Kümmel – was ist der Unterschied?

Trotz ihrer ähnlichen Namen sind Schwarzkümmel, Kreuzkümmel und Echter Kümmel botanisch nicht dasselbe. Auch Geschmack und Verwendung unterscheiden sich deutlich. Für Schwarzkümmelöl relevant ist ausschliesslich der Echte Schwarzkümmel (Nigella sativa).

Echter Kümmel

Echter Kümmel (Carum carvi) gehört wie Fenchel und Anis zu den Doldenblütlern. Sein würziges, leicht scharfes Aroma stammt vor allem von ätherischen Ölen wie Carvon und Limonen. Er wird traditionell unter anderem als Brotgewürz verwendet und ist botanisch nicht mit Schwarzkümmel verwandt.

Kreuzkümmel

Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) gehört ebenfalls zu den Doldenblütlern. Sein Geschmack ist warm, würzig und leicht bitter. Besonders verbreitet ist er in der indischen, nahöstlichen und nordafrikanischen Küche. Auch Kreuzkümmel ist nicht mit Schwarzkümmel verwandt.

Schwarzkümmel

Schwarzkümmelsamen auf einem Holzlöffel
iStock/Madeleine_Steinbach

Schwarzkümmel (Nigella sativa) gehört zur Familie der Hahnenfussgewächse. Verwendet werden vor allem die kleinen schwarzen Samen, die würzig, leicht scharf und etwas bitter schmecken. Sie dienen in vielen Küchen als Gewürz und bilden zugleich die Grundlage für Schwarzkümmelöl.

Neben seiner kulinarischen Verwendung hat Schwarzkümmel eine lange Tradition als Heilpflanze. Seine Inhaltsstoffe und möglichen Wirkungen werden bis heute wissenschaftlich untersucht.

Wie wird Schwarzkümmelöl hergestellt?

Für Schwarzkümmelöl werden die getrockneten Samen von Nigella sativa gepresst. Besonders verbreitet ist kaltgepresstes Öl, bei dessen Herstellung ohne starke Erhitzung gearbeitet wird.

Davon zu unterscheiden ist das ätherische Öl des Schwarzkümmels. Es wird nicht durch Pressung, sondern durch Destillation gewonnen und ist deutlich konzentrierter als das fette Speiseöl.

Welche Inhaltsstoffe stecken in Schwarzkümmelöl?

Schwarzkümmelöl besteht zum grössten Teil aus Fettsäuren. Besonders reich ist es an Linolsäure, einer mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäure. Daneben enthält es unter anderem Ölsäure sowie kleinere Mengen gesättigter Fettsäuren.

Neben den Fettsäuren enthält Schwarzkümmelöl geringe Mengen flüchtiger Bestandteile, darunter Thymochinon. Dieser Pflanzenstoff wird besonders intensiv erforscht und zählt zu den wichtigen bioaktiven Bestandteilen von Nigella sativa.

Die genaue Zusammensetzung des Öls kann je nach Saatgut, Herkunft, Anbau und Herstellungsverfahren schwanken. Für die Bewertung von Schwarzkümmelöl sind deshalb vor allem das Fettsäuremuster und die enthaltenen Pflanzenstoffe aussagekräftiger als pauschale Angaben zu Vitaminen, Mineralstoffen oder Aminosäuren.

Schwarzkümmelöl: Wirkung und äusserliche Anwendung

Schwarzkümmelöl wird traditionell für verschiedene äusserliche Anwendungen genutzt – von der Haar- und Hautpflege bis hin zu weiteren Einsatzmöglichkeiten.

Schwarzkümmelöl für die Haarpflege

Auch zur Haarpflege wird Schwarzkümmelöl traditionell verwendet. In die Haare und auf die Kopfhaut einmassiert, kann das Öl vor allem als pflegende Komponente eingesetzt werden und dem Haar mehr Glanz und Geschmeidigkeit verleihen.

Daneben wird Schwarzkümmelöl auch bei nicht erblich bedingtem Haarausfall verwendet.

Pflege gereizter Haut bei Neurodermitis, Akne oder Schuppenflechte

Schwarzkümmelöl wird traditionell auch bei gereizter und beanspruchter Haut eingesetzt. Es kann direkt auf betroffene Hautstellen aufgetragen werden und kommt unter anderem bei Akne, Hautausschlägen, Neurodermitis oder Ekzemen zum Einsatz.

Dabei soll es Juckreiz lindern, die Haut beruhigen und die Regeneration unterstützen. Auch bei wiederkehrenden Hautbeschwerden wird Schwarzkümmelöl äusserlich verwendet.

Schwarzkümmelöl bei Pilzinfektionen

Schwarzkümmelöl wird auch äusserlich bei Pilzinfektionen eingesetzt. Dabei wird das Öl direkt auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen.

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Seine Inhaltsstoffe werden unter anderem im Hinblick auf antimykotische Eigenschaften untersucht, weshalb Schwarzkümmelöl in diesem Zusammenhang traditionell als unterstützende Pflege verwendet wird.

Hautpflege mit Schwarzkümmelöl

Auch in der kosmetischen Hautpflege lässt sich Schwarzkümmelöl vielseitig verwenden – etwa als Bestandteil von Gesichts- und Körperpflege, Masken oder Badezusätzen. Als Pflanzenöl eignet es sich besonders für trockene und beanspruchte Haut.

Schwarzkümmelöl als Zecken- und Insektenschutz

Eine Zecke auf einem Blatt
iStock/RistoO

Gerade in den Sommermonaten können Mücken, Zecken und andere Insekten lästig werden. Schwarzkümmelöl wird traditionell auch als natürlicher Insektenschutz verwendet, da sein intensiver Geruch abschreckend wirken soll.

Für die äusserliche Anwendung können einige Tropfen Schwarzkümmelöl beispielsweise mit einer Body-Lotion vermischt und auf die Haut aufgetragen werden.

Nasenpflegespray mit Schwarzkümmelöl

Auch für die Nasenpflege wird Schwarzkümmelöl verwendet. Entsprechende Nasensprays sind als fertige Sprühlösungen erhältlich und kommen besonders während der Pollenzeit zum Einsatz.

Sie sollen die gereizte Nasenschleimhaut pflegen und Beschwerden bei allergischem Schnupfen lindern.

Schwarzkümmelöl bei Brustschmerzen

Schmerzende oder empfindliche Brüste werden medizinisch als Mastalgie beziehungsweise Mastodynie bezeichnet. Zur äusserlichen Anwendung kann eine Creme mit Schwarzkümmelöl sanft in die betroffenen Bereiche einmassiert werden und dort wohltuend wirken.

Welche Nebenwirkungen sind bei Schwarzkümmelöl möglich?

Bei der äusserlichen Anwendung wird Schwarzkümmelöl meist gut vertragen. In einzelnen Fällen können jedoch Hautreizungen, Juckreiz oder allergische Reaktionen auftreten. Wer empfindliche Haut hat, kann das Öl zunächst an einer kleinen Hautstelle testen.

Schwarzkümmelöl, Samen oder Kapseln?

Schwarzkümmel lässt sich auf unterschiedliche Weise verwenden. Die Samen dienen als Gewürz beim Kochen und Backen, während Schwarzkümmelöl als Speiseöl oder in Form von Kapseln erhältlich ist. Das Öl schmeckt intensiv, leicht bitter und nussig-pfeffrig.

Schwarzkümmelsamen werden traditionell als Gewürz verwendet, etwa für Brot, Gemüsegerichte oder Gewürzmischungen. Auch als Tee finden sie in der traditionellen Pflanzenkunde Verwendung.

Kapseln mit Schwarzkümmelöl

Wer den intensiven Geschmack von Schwarzkümmelöl nicht mag, kann auf Kapseln zurückgreifen. Sie sind geschmacksneutraler, praktisch einzunehmen und ermöglichen eine gleichmässige Dosierung.

Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste: Hochwertige Produkte kommen mit möglichst wenigen Zusatz- und Füllstoffen aus. Für die Einnahmemenge gelten die Angaben auf dem jeweiligen Produkt.

Kaltgepresstes Schwarzkümmelöl

Wer Schwarzkümmelöl als Speiseöl verwenden möchte, sollte auf eine schonende Herstellung achten. Kaltgepresstes oder natives Öl wird ohne starke Erhitzung gewonnen und behält dadurch sein typisches Aroma und seine charakteristischen Inhaltsstoffe.

Auch Bio-Qualität kann ein sinnvolles Auswahlkriterium sein. Geschmacklich ist Schwarzkümmelöl kräftig, leicht bitter und pfeffrig und lässt sich beispielsweise für kalte Speisen oder zum Verfeinern von Gerichten verwenden.

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Weitere Anwendungen von Schwarzkümmelöl

Inhalieren

Frau inhaliert Dampf unter einem Handtuch
iStock/ljubaphoto

Traditionell wird Schwarzkümmelöl auch zum Inhalieren verwendet, besonders in der Erkältungszeit. Dafür werden einige Tropfen Öl in heisses Wasser gegeben und die aufsteigenden Dämpfe vorsichtig eingeatmet.

Die Wärme und der intensive Duft können dabei als angenehm und wohltuend empfunden werden.

Ölziehen

Auch zum Ölziehen wird Schwarzkümmelöl traditionell verwendet. Dabei wird eine kleine Menge Öl für einige Minuten im Mund bewegt und anschliessend wieder ausgespuckt.

Das Ölziehen ist eine seit Generationen überlieferte Methode zur Mundpflege.

Herkunft und Verbreitung von Schwarzkümmel

Schwarzkümmel stammt ursprünglich aus Westasien und dem östlichen Mittelmeerraum. Über alte Handelswege verbreitete sich die Pflanze bis nach Südasien und wurde dort ebenso wie im Nahen Osten zu einem festen Bestandteil von Küche und traditioneller Pflanzenkunde.

Heute wird Nigella sativa in verschiedenen warmen Regionen angebaut. In Europa kommt Schwarzkümmel nur vereinzelt verwildert vor.

Geschichte und traditionelle Verwendung

Schwarzkümmel blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im alten Ägypten wurden die kleinen schwarzen Samen geschätzt, und auch das daraus gewonnene Öl hatte einen besonderen Stellenwert. Samen von Nigella sativa wurden unter anderem im Grab des Pharaos Tutanchamun gefunden.

Auch im Islam hat Schwarzkümmel einen besonderen Stellenwert. Bekannt ist der überlieferte Ausspruch des Propheten Mohammed: „Schwarzkümmel heilt jede Krankheit, nur nicht den Tod.“

Über Jahrhunderte hinweg wurde Schwarzkümmel sowohl als Gewürz als auch als traditionelle Heilpflanze verwendet. Neben der arabisch-persischen Heilkunde spielte er auch in der griechisch-römischen Pflanzenkunde eine Rolle.

Quellen

  • Royal Botanic Gardens, Kew: Nigella sativa L., Plants of the World Online, abgerufen am 17.09.2026, Plants of the World Online.
  • Dąbrowski G, Czaplicki S, Konopka I: Variation in the Composition and Quality of Nigella sativa L. Seed Oils—The Underestimated Impact on Possible Health-Promoting Properties. Molecules. 2024;29(6):1360. https://doi.org/10.3390/molecules29061360
  • Hwang JR, Cartron AM, Khachemoune A: A review of Nigella sativa plant-based therapy in dermatology. International Journal of Dermatology. 2021;60(12):e493-e499. https://doi.org/10.1111/ijd.15615
  • Pandey R, Pandey B, Bhargava A: The Emergence of N. sativa L. as a Green Antifungal Agent. Mini-Reviews in Medicinal Chemistry. 2024;24(16):1521-1534. https://doi.org/10.2174/0113895575282914240217060251
  • Fallah Huseini H, Kianbakht S, Mirshamsi MH, Babaei Zarch A: Effectiveness of Topical Nigella sativa Seed Oil in the Treatment of Cyclic Mastalgia: A Randomized, Triple-Blind, Active, and Placebo-Controlled Clinical Trial. Planta Medica. 2016;82(4):285-288. https://doi.org/10.1055/s-0035-1558208

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Christina ist im Onlinemarketing tätig und zudem ausgebildete Ernährungsberaterin. Darüber hinaus hat sie ein breites medizinisches Grundlagenwissen und schreibt seit Jahren in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Medizin und Fitness. Ihren Ausgleich findet sie im Reisen.

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Kommentare (1)

Reinhard Schmidt | 04.11.2023

In Ihrem Artikel vermisse ich die positive Wirkung des Schwarzkümmelöls zusammen mit der Wirkung des Kürbiskernöls in Hinblick auf Prostata-Beschwerden. Die Wirkung ist aus meiner Sicht als absolut positiv zu bewerten!

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