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Vitamin-D-Mangel

Vitamin-D-Mangel

Kurzfassung

  • Ein Vitamin-D-Mangel kommt primär durch mangelnde Eigensynthese aufgrund eingeschränkter Sonnenbestrahlung zu Stande
  • Über die Nahrung sind die Referenzwerte für die tägliche Vitamin-D-Zufuhr nur schwer zu erreichen
  • Meist sind die Symptome eines Vitamin-D-Mangels sehr unspezifisch
  • Säuglinge, Stillende, Adipöse, ältere Menschen, dunkelhäutige Personen sowie Personen, die sich selten draussen aufhalten, gehören zu der Personengruppe, die ein erhöhtes Risiko für ein Vitamin-D-Mangel aufweist
  • Ein Vitamin-D-Mangel kann im Blut von jedem beliebigen Arzt nachgewiesen werden

 

Tipps & Tricks, um Vitamin-D-Mangel vorzubeugen / zu beheben

  • Vitamin-D-Spiegel bei einem Arzt überprüfen lassen
  • Vitamin-D-reiche Lebensmittel regelmässig in die Ernährung einbauen
  • Während sonnenreichen Tagen vermehrter Aufenthalt im Freien mit gesunder Sonnenexposition
  • Während sonnenarmen Monaten Vitamin D nach individuellen Bedürfnissen supplementieren


Was ist der Tagesbedarf an Vitamin D?

Laut dem international anerkannten Referenzwert NRV (Nutrient Reference Value) werden 5 Mikrogramm Vitamin D als Tagesbedarf angegeben. Im Vergleich dazu werden von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung 20 Mikrogramm Vitamin D als tägliche Dosis für erwachsene Personen empfohlen.


Welche Aufgaben hat Vitamin D im Körper?

Vitamin D sorgt dafür, dass Calcium und Phosphor im Darm besser aufgenommen werden können. Das sogenannte Sonnenvitamin ist somit auch für den Calciumspiegel im Blut zuständig. Nebst der Stärkung des Immunsystems (Differenzierung und Reifung von Abwehrzellen) unterstützt es zusätzlich die Knochen- und Zahnbildung sowie den Muskelaufbau. Ergänzend ist es beim Hormonsystem für die Sekretion von Insulin, Schilddrüsenhormone und dem Parathormon beteiligt.

Wie und wo wird Vitamin D gebildet?

Mit täglich 20 bis 30 Minuten Sonnenexposition könnte bereits gewährleistet werden, dass ausreichend Vitamin D gebildet wird. Denn der Körper ist in der Lage, Vitamin D selber zu bilden, weshalb es sich nicht wirklich um ein Vitamin handelt, sondern eigentlich eher um ein Hormon. Zu den bedeutendsten Formen gehören das Vitamin D2 (Ergocalciferol) sowie das Vitamin D3 (Cholecalciferol). Mit bis zu 90 Prozent ist der Körper in der Lage, das Vitamin D über die Haut mittels der UVB-Strahlung zu bilden. In Form von Cholecalciferol wird es via Blutlaufbahn in die Leber und die Niere transportiert, wo es in die aktive Form des Vitamin D, Calcitriol, umgewandelt wird.


Wie kann ein Vitamin-D-Mangel festgestellt werden?

Dies kann sehr einfach mittels eines Bluttests bei Ihrem nächsten Arzttermin überprüft werden. In der Regel wird im Blut die Speicherform des Vitamin D (25-Hydroxy-Vitamin-D) kontrolliert.

Was kann ein Vitamin-D-Mangel für Auswirkungen haben?

  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Muskel- und Knochenschwäche
  • Schlafstörungen
  • Depressionen
  • schlechte Wundheilung
  • eingeschränkte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit


Wenn der Calciumspiegel im Blut zu tief ist, bedient sich der Körper aus der Vitamin-D-Reserve in den Knochen. Dadurch kann Osteoporose begünstigt werden und das Risiko für einen Knochenbruch steigen. In einem fortgeschrittenen Stadium kann dies bei Kindern auch zu Skelettverformungen (Rachitis) führen. Zu der Personengruppe, die ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel aufweist, gehören unter anderem Säuglinge, Kinder, Schwangere, Stillende, Adipöse, Ältere und dunkelhäutige Personen.

Immer wieder ist in der Literatur von Zusammenhängen zwischen chronischen Krankheiten und einem Vitamin-D-Mangel zu lesen. In welcher konkreten Form sich ein Vitamin-D-Mangel auf die Krankheiten auswirkt, wird auch noch während den kommenden Jahren die klinischen Untersuchungen und Studien beschäftigen. Hinweise, dass bei Personen mit chronischen Krankheiten oftmals ein tiefer Vitamin-D-Spiegel vorliegt, sind durchaus vorhanden. Doch ein Vitamin-D-Mangel korreliert offenbar nicht nur mit der Entstehung, sondern auch mit der Schwere des Verlaufs einer Krankheit. Somit wird in Kliniken oftmals Vitamin D hochdosiert verabreicht, in der Hoffnung den Krankheitsverlauf abzuschwächen.


Was können mögliche Gründe für ein Vitamin D Mangel sein?

Da sich die Sonne während den Wintermonaten oft von ihrer scheuen Seite zeigt, ist die Vitamin-D-Eigenproduktion im Winter stark reduziert. Scheint die Sonne doch während wenigen Stunden an einem Wintertag, so ist die UV-Strahlung dennoch nicht mehr so intensiv. Doch nicht nur im Winter hat die eigene Vitamin-D-Produktion ihre Herausforderungen, denn auch im Sommer während den sonnenverwöhnten Monaten kann ein Vitamin-D-Mangel bestehen. Denn wird eine Sonnencrème aufgetragen – bereits ab einem Lichtschutzfaktor von 20 – so werden die für die Vitamin-D-Produktion benötigten UVB-Strahlen blockiert.

Weitere Faktoren, die die Vitamin-D-Bildung beeinflussen können, sind Jahreszeit, Breitengrad, Aufenthaltsdauer im Freien, Hauttyp oder Alter. So kann sich in zunehmendem Alter die Fähigkeit zur Vitamin-D-Produktion um ein vierfaches verringern. Zusätzlich können auch Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Zöliakie die Fettaufnahme negativ beeinträchtigen. Ebenso können bestimmte Medikamente eine Störung im Vitamin-D-Stoffwechsel verursachen, beispielsweise Mittel gegen Epilepsie.

 

Ist ein Vitamin-D-Mangel über die Ernährung zu verhindern?

Wie bereits erwähnt, findet die höchste prozentuale Vitamin-D-Synthese via Sonneneinstrahlung über die Haut statt. Die Ernährung spielt hierbei nur eine untergeordnete Rolle, denn in der Regel werden dadurch lediglich ca. 10 bis 20 Prozent der empfohlenen Referenzwerte des Vitamin D aufgenommen. Doch es gibt sie, die Lebensmittel, mit denen die Vitamin-D-Zufuhr erhöht werden kann. Zu den vitamin-D-reichen Lebensmitteln zählen unter anderem Avocado, Steinpilze, Champignons, Ei, Milch, Aal, Hering und Lachs. Um die offiziell empfohlen Referenzwerte zu erreichen, müssten diese Lebensmittel jedoch regelmässig und in relevanten Mengen verspeist werden. Wenn wir nun die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen 20 Mikrogramm erreichen wollen würden, müssten täglich ca. 10 Kilogramm Käse oder 20 Kilogramm Joghurt verspeist werden. Dadurch, dass wenige Lebensmittel Vitamin D enthalten und dies in eher geringen Mengen, kann ein Vitamin-D-Mangel ausschliesslich über die Ernährung nur sehr schwer behoben werden.


Kann Vitamin D im Körper gespeichert werden?

Vitamin D kann im Fett- und Muskelgewebe sowie in kleinen Mengen auch in der Leber gespeichert werden. Somit ist der Körper in der Lage, zugeführtes Vitamin D, sofern es nicht direkt verbraucht wird, als Reserve aufzubewahren und bei Bedarf wieder freizugeben. Nach diesem Prinzip bedient sich der Körper während den Wintermonaten, sofern die Speicher über das Frühjahr genügend gefüllt werden konnten.


Ist eine Überdosierung von Vitamin D auch möglich?

Über die Ernährung oder Sonnenexposition ist dies im Normalfall nicht möglich. Bei einer exzessiven Einnahme von hoch dosierten Supplementen über einen längeren Zeitraum ist dies jedoch durchaus möglich. Deshalb sollte die Supplementation stets den individuellen Bedürfnissen angepasst und im Idealfall mit einem Therapeuten oder Arzt besprochen werden.

Bei einer Überdosierung könnte zu einer Hypercalcämie (zu hohe Calcium-Konzentration im Blut) kommen, was folgende Symptome nach sich ziehen kann: Herzrhythmusstörungen, Schwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Erbrechen. In sehr schweren Fällen kann eine Überdosierung sogar zu Nierensteinen bis hin zu Nierenversagen führen.

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