Zink & Immunsystem: Wie das Spurenelement Ihre Abwehrkräfte stärkt

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Wenn in der Erkältungszeit die Nase läuft und sich das erste Kratzen im Hals bemerkbar macht, dann schwören manche Menschen auf Zink. Denn bei einem Zinkmangel kann unser Immunsystem nicht richtig arbeiten. Aber warum ist das eigentlich so? Welche Rolle spielt das Spurenelement für Ihr Immunsystem und wie wirkt es sich auf Erkältungen wirklich aus? Das alles und mehr erfahren Sie hier!

Wie funktioniert das Immunsystem?

Viren und Bakterien fliegen in Nase einer Frau
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Krankheitserreger lauern überall – auf Türklinken, Tastaturen und Handys, im öffentlichen Nahverkehr oder Büro. Dass wir sie selten wahrnehmen, liegt vor allem an unserem Immunsystem: Einem Zusammenspiel aus Organen, Gewebe und Zellen, das sich über den ganzen Körper hinweg verteilt, Botenstoffe aussendet und rund um die Uhr aktiv ist.

Dringt ein Bakterium ein, zum Beispiel über Wunden oder den HNO-Trakt, bekämpfen hoch spezialisierte Zellen den unerwünschten Besucher. Und zwar fast immer, bevor sich dieser durch Husten, Schnupfen oder andere Symptome bemerkbar macht. Darüber hinaus beseitigt das Immunsystem körpereigene und entartete Zellen sowie Schadstoffe.

Dabei greift es auf zwei Mechanismen zurück: Dem angeborenen und dem erworbenen Immunsystem. Zu Ersterem gehören unter anderem Haut und Schleimhäute oder die bronchialen Flimmerhärchen, welche einen Schutzwall errichten und Keimen das Eindringen erschweren. Auch die Abwehrzellen aus der Gruppe der weissen Blutkörperchen (z.B. Killerzellen) besitzen wir bereits am Tag unserer Geburt.

Das erworbene Immunsystem entwickelt sich hingegen erst durch den ersten Kontakt mit einem körperfremden Molekül. Misslingt es den angeborenen Mechanismen, diese zu vernichten, bildet der Organismus Antigene – spezifische Zellen, die einzelne Erreger zielgerichtet und massgeschneidert ausschalten.

Was passiert bei einer Erkältung?

Frau putzt sich die Nase
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Meistens sind es Rhinoviren, die Erkältungen (grippale Infekte) hervorrufen. Dringen sie in den Körper ein, begegnen sie umgehend Fress- und Killerzellen: Den wichtigsten Verteidigungswerkzeugen des Immunsystems, welche jederzeit im Organismus patrouillieren und Erreger oder Fremdkörper in kürzester Zeit aufspüren, vernichten und abtransportieren. 

Genügen die Massnahmen nicht, bilden T- und B-Lymphozyten passende Abwehrstoffe. Diese binden sich an entsprechende Erreger (wie zum Beispiel einem Erkältungs-Rhinovirus) und markieren die Eindringlinge – Fresszellen können sie jetzt schneller finden und vernichten. Husten und Schnupfen klingen ab und das Fieber geht zurück. 

Zwar dauert es einige Tage, bis der Körper eine solche spezifische Immunreaktion aufgebaut hat. Dafür merken sich die T- und B-Zellen die Beschaffenheit des Erregers. Schwirrt er das nächste Mal durch den Organismus, stehen schnell passende Antikörper zur Verfügung. 

Kann Zink das Immunsystem wirklich unterstützen – und wenn ja, wie?

Zink trägt dazu bei, ein normales Immunsystem zu erhalten – unter anderem, indem das lebensnotwendige Spurenelement die Reifung und Konzentration der verfügbaren T-Zellen verbessert. Diese wiederum übernehmen drei Hauptaufgaben: 

  1. Sie aktivieren die spezifische Immunabwehr.
  2. Sie erkennen erkrankte Zellen und zerstören diese.
  3. Sie entwickeln sogenannte „Gedächtniszellen“, welche sich den Erreger merken und eine schnelle Reaktion bei einer erneuten Infektion ermöglichen.

Kurz: Zink spielt für unser Immunsystem eine entscheidende Rolle – kein Wunder, dass sich ein Zinkmangel häufig durch eine erhöhte Infektanfälligkeit ankündigt. Neben eines geschwächten Immunsystems können brüchige Nägel oder Haare Anzeichen eines Zinkmangels sein. 

Darüber hinaus soll der Mineralstoff bei ersten Krankheitsanzeichen helfen: Indem er die Rezeptoren von Rhinoviren blockiert und so verhindert, dass die Erreger an den Schleimhäuten in Mund und Nase haften bleiben. Sind sie bereits eingedrungen und haben sich im Körper ausgebreitet, kann Zink dazu beitragen, die Vermehrung der Rhinoviren einzudämmen – und Erkältungen auf diese Weise etwas verkürzen.

Verschiedene Studien legen also nahe, dass Zink zum einen das Immunsystem stärkt und die Infektanfälligkeit reduziert – heisst: Erkältungen, grippale Infekte und weiteren Beschwerden vorbeugt – und zum anderen als begleitende Massnahme zum Einsatz kommen kann.

Warum Zink Ihre Abwehrkräfte sogar indirekt stärkt

Indem Zink die Reifung und Konzentration der T-Zellen stärkt, wirkt es sich direkt auf Ihr Immunsystem aus. Allerdings beeinflussen auch andere – indirekte – Faktoren unsere Abwehrkräfte positiv.

Nahaufnahme Haut
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Für normale Haut
Sie ist unser grösstes Organ und schützt uns als natürliche Barriere vor allerlei gefährlichen Substanzen und Erregern: Die Haut. Aus gutem Grund wird sie zu unserem Immunsystem dazugezählt – umgeben von einem Säureschutzmantel aus Schweiss, Talg und Milliarden „guten“ Mikroorganismen hemmt sie das Wachstum von schädlichen Pilzen sowie Bakterien, wodurch weniger Erreger über Wunden eindringen können.

 Gelingt es diesen dennoch, die oberen Hautschichten zu passieren, kommen die sogenannten Langerhanszellen zum Einsatz: Spezifische Abwehrzellen, die T-Helferzellen aktivieren – und von Zink unterstützt werden, weil das Spurenelement zum Erhalt einer normalen Haut beiträgt.

Nahaufnahme Darmschleimhaut
iStock.com/Rost-9D

Für den Vitamin-A-Stoffwechsel
Auch Vitamin A ermöglicht eine normale Funktion des Immunsystems. Darüber hinaus fördert der Nährstoff elastische und gesunde Schleimhäute – welche es Viren und Bakterien schwerer machen, in den Körper einzudringen. Von einer zähflüssigen Masse, dem Mukus, überzogen, können Erreger diese mechanische Barriere kaum überwinden.

 Besonders wichtig: Die Darmschleimhaut. Durch ihre grosse Oberfläche tritt sie zum einen vermehrt in Kontakt mit potenziell schädlichen Substanzen. Zum anderen verstecken sich 80 Prozent unserer aktiven Immunzellen genau hier – im Darm.

 Aber was hat Zink mit alledem zu tun? Tatsächlich vieles: Das Spurenelement trägt zum Vitamin-A-Stoffwechsel bei und hilft somit massgeblich, unseren Körper mit dem Nährstoff zu versorgen.

Zinkbedarf – Achtung: Überdosierungen sind möglich!

Der tägliche Zinkbedarf bewegt sich zwischen 11 und 16 mg Zink für Männer und zwischen 7 und 10 mg für Frauen. Schwangere und stillende Frauen haben einen leicht erhöhten Zinkbedarf. Die empfohlene Zufuhr unterscheidet sich je nach Phytatgehalt der Nahrung, denn Phytat beeinflusst die Absorption von Zink. 

Es ist wichtig seinen Zinkbedarf zu kennen und auf eine ausreichende Zinkversorgung zu setzen, denn Zink übernimmt auch viele weitere, wichtige Aufgaben in unserem Körper. 

Zink mag sich u. a. als natürlicher Unterstützer für ein stabiles Immunsystem erweisen. Trotzdem sollten Sie das Spurenelement und zinkhaltige Ergänzungsmittel nur in Massen verzehren, sonst droht eine Überdosierung mit Zink. Natürliche zinkhaltige Lebensmittel wie Vollkornprodukte sollten bei normalen Verzehrmengen nicht zu Überdosierungen führen. 

Warum wird das Spurenelement oft mit Vitamin C kombiniert?

Viele Zinkpräparate enthalten auch Vitamin C – aber warum ist das so? Nicht jede Nährstoffkombination ist empfehlenswert, gemeinsam aufgenommen können sich manche Vitamine oder Mineralien sogar gegenseitig ausbremsen – als „Anti-Nährstoff“ von Zink zählt Phytat. Phytat hemmt die Aufnahme von Zink. 

Anders ist das bei Vitamin C und Zink. Zum einen fördert Vitamin C die Zink-Aufnahme, zum anderen trägt es ebenfalls zum Erhalt eines normalen Immunsystems bei: Ein wahres Powerduo, das vor allem dann interessant für Sie ist, wenn Sie Zink wegen seiner Wirkung auf Ihre Immunabwehr einnehmen möchten (und nicht etwa, weil das Mineral normale Haare fördert).

Fazit: Unverzichtbar für Gesundheit & Wohlbefinden

Ohne Zink geht es einfach nicht – das Spurenelement ist essenziell: Unser Körper benötigt es zwar, kann es jedoch nicht eigenständig herstellen. Indem der Nährstoff die Konzentration von wichtigen Abwehrzellen stärkt, zum Vitamin-A-Stoffwechsel und einer normalen Haut beiträgt, gelingt es ihm, unser Immunsystem auf vielfache Weise zu unterstützen. Zinkpräparate können neben einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung in der Erkältungszeit – aber logischerweise nicht nur – helfen, die natürliche Immunabwehr zu unterstützen und die tägliche Zufuhr mit dem lebenswichtigen Spurenelement Zink sicherzustellen. 

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Carina
Seit jeher von einer medizinischen Neugierde getrieben, besitzt Carina ein breites Gesundheitswissen – und liebt es, dieses in Worte zu fassen.

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