Eisenüberdosierung: Was passiert bei zu viel Eisen?

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Eisen ist ein lebensnotwendiges Spurenelement und spielt u.a. eine Rolle für den Sauerstofftransport im Körper sowie die Bildung von roten Blutkörperchen. Es ist also wichtig, auf eine ausreichende Eisenversorgung zu achten. Eisenmangel ist in der Bevölkerung allerdings recht verbreitet und bekannt. Doch es gibt auch das Extrem in die andere Richtung, nämlich eine Eisen Überdosierung bzw. zu viel Eisen im Blut - sowohl eine Unterversorgung als auch eine Überversorgung sind zu vermeiden. Häufig kommt letztere zustande, weil ein vermeintlicher Eisenmangel mit zu hoch dosierten Eisenpräparaten ohne ärztliche Absprache therapiert wird, die den Eisenspiegel im Blut zu hoch ansteigen lassen. Auch verschiedene Krankheiten können zu einem Eisenüberschuss führen. Erfahren Sie hier die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten einer Eisenüberdosierung.


Wie kann es zu einer Überdosierung kommen?

Durch die Einnahme von Eisenpräparaten werden meist bestimmte Formen einer Anämie (Blutarmut) behandelt. Mittlerweile ist Eisen standardmässig auch in vielen Multivitaminpräparaten enthalten. Viele Menschen haben solche Vitamintabletten im Haus und so kommt es häufiger zu einer Eisen Überdosierung.

Vor allem Frauen leiden vermehrt unter Eisenmangel, denn bei ihnen sind die Eisenreserven im Körper schneller erschöpft. Durch ihre Monatsblutung verlieren sie regelmässig Blut und damit auch Eisen. Während der Schwangerschaft und Stillzeit benötigen sie auch mehr von dem wichtigen Spurenelement. Wichtig vor der Einnahme von Eisentabletten ist die Feststellung eines Eisenmangels oder eines erhöhten Bedarfs am Spurenelement durch einen Bluttest. Ein Bluttest kann den Eisenstatus im Blut feststellen. Der behandelnde Gynäkologe kann in der Schwangerschaft über die Dosierung und Länge der Einnahme von Eisenpräparaten beraten. Eine „blinde“ Einnahme von zu hoch dosieren Präparaten über eine längere Zeit könnte zu einem Überschuss führen. Deshalb ist es wichtig bei Nahrungsergänzungsmitteln wie Eisentabletten u.a.  auf die unterschiedlichen Dosierungen zu achten. Einige Nahrungsergänzungsmittel eignen sich für die tägliche Sicherstellung der Eisenversorgung, während andere für eine erhöhte Eisenzufuhr bei erwiesenem Mangel höher dosiert sind.

Eine weitere Ursache ist eine erblich bedingte Hämochromatose.

Dabei handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, die durch die Mutation des HFE-Gens hervorgerufen wird. Dieses steuert die Eisenaufnahme aus der Nahrung. So wird die Hämochromatose auch Eisenspeicherkrankheit genannt, der Körper nimmt hier deutlich mehr Eisen auf, als er eigentlich benötigt, verwerten und auch wieder entsorgen kann.

Er sammelt das überschüssige Eisen an und der Eisenwert im Blut würde ohne eine ärztliche Behandlung gefährlich ansteigen. 

Eisenaufnahme im Darm
 

Ausserdem gibt es noch eine sekundäre (erworbene) Hämochromatose. Diese kann zum Beispiel nach einer Bluttransfusion auftreten oder durch den übermässigen Verzehr von eisenreichen Lebensmitteln. Das wäre zum Beispiel bei Fleisch Fisch, Nüssen oder Hülsenfrüchten möglich. Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass es allein durch ein Lebensmittel mit Eisen zu einer gefährlichen Eisen Überdosierung kommt.


Wieviel Eisen darf es maximal am Tag sein?

Damit es zu keiner Eisen Überdosierung kommt, sollte darauf geachtet werden, die maximale Dosis am Tag nicht zu überschreiten. Dafür ist es wichtig, dass man seinen Eisenbedarf kennt. Für menstruierende Frauen beträgt diese 15 Milligramm pro Tag. Wenn die Menopause einsetzt, sinkt die Dosis auf 10 Milligramm. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist die Tagesdosis hingegen erhöht und liegt bei 20 bis 30 Milligramm. Für Männer ab 19 Jahren liegt die Dosis bei 10 Milligramm pro Tag. Damit eine Überdosierung vermieden werden kann, sollte eine Höchstmenge von sechs Milligramm pro Tag in Bezug auf Nahrungsergänzungsmittel nicht überschritten werden.

Der Eisenwert im Blut (Ferrum, FE) gilt ab folgenden Angaben zu hoch:

MännerFrauen
18-39 Jahre über 155 µg/dl 18-39 Jahre über 165 µg/dl 
40-59 Jahre über 168 µg/dl 40-59 Jahre über 134 µg/dl
ab 60 Jahre über 120 µg/dl  ab 60 Jahre über 149 µg/dl

https://www.gesundheit.de/ernaehrung/naehrstoffe/mineralstoffe-und-spurenelemente/eisen-mangel-ueberdosierung

Bei Babys und Kleinkindern gelten noch detaillierte Werte beziehungsweise Obergrenzen, die sich vor allem nach dem Alter richten. Sollte die Eisenkonzentration, bzw. der Eisenwert im Blut zu hoch sein, also über der Obergrenze abhängig von Geschlecht und Alter liegen, wird immer auch der Ferritinwert, der Transferrinwert und die Anzahl der roten Blutkörperchen gemessen. So kann die Ursache für die Eisen Überdosierung bestimmt werden.


Wie kann man Eisen Überdosierung feststellen?

Die Symptome eines Eisenüberschusses stellen sich in der Regel schrittweise ein und sind eher diffus. Das heisst, sie sind eher allgemein und könnten erst mal auch auf einen Magen-Darm-Infekt hindeuten. So lassen sich hier zu Beginn Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen feststellen. Die Eisen Überdosierung verläuft in verschiedenen Stadien, wobei das letzte Stadium erst bis zu fünf Wochen nach der Überdosis auftreten kann.

 Menschen, die unter einer Eisenvergiftung leiden, müssen im Krankenhaus behandelt werden. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, da die Eisen Überdosierung einen raschen Verlauf nehmen kann. Festgestellt wird eine Überdosierung über einen Bluttest, indem der Eisengehalt gemessen wird. Natürlich wird sich auch erkundigt, ob Eisenpräparate eingenommen wurden oder Zugang zu ihnen bestand. Nimmt eine Mutter während der Schwangerschaft Eisen- oder Multivitaminpräparate ohne ärztliche Absprache ein, kann das eine Ursache für Eisenintoxikationen bei Kindern sein.

Ärztin

Folgende Fragen werden zur Diagnostik gestellt:

  • Welche Eisenpräparate wurden eingenommen und wie viel davon?
  •  Wann wurde das Präparat eingenommen? Wurde es wiederholt und über einen längeren Zeitraum eingenommen?
  •  Kam es zu Erbrechen oder wurde Erbrechen herbeigeführt? Sonstige Massnahmen?
  •  Sind Symptome aufgetreten? Zeigen die Einnahmen früher und/oder gegenwärtig Wirkungen?

 

In manchen Fällen sind auch Röntgenaufnahmen vom Bauchraum und Darm notwendig. Hier können gegebenenfalls Eisentabletten im Gastrointestinaltrakt dargestellt werden. Wie die Diagnose aussieht, hängt von der Vorgeschichte der Person ab und welche Symptome sie zeigt. Eine Eisenüberladung beschreibt den Zustand, dass sich das überschüssige Eisen in verschiedenen Körperorganen ablagert. Typisch dafür sind zum Beispiel die Leber, das Herz oder die Bauchspeicheldrüse. Durch die Überlagerung werden die Organe in ihrer Funktion eingeschränkt, was langfristig zu gesundheitlichen Konsequenzen führen kann.


Was tun bei zu viel Eisen im Blut?

Unser Körper ist auf die Zufuhr von Eisen zum Beispiel in Form vom bekanntesten Eisenlieferanten Spinat angewiesen, doch das Verhältnis muss stimmen. Werden erhöhte Eisenwerte im Blut festgestellt, erfolgt in der Regel eine weiterführende engmaschige Laborkontrolle, solange bis sich der Wert wieder normalisiert hat. Im besten Fall dauert das nur einige Wochen, es kann sich aber auch Monate bis zu einem Jahr oder länger handeln. 

In der Zeit ist der Patient angehalten, auf eine entsprechende Ernährung zu achten; Vorsicht bei eisenhaltigen Lebensmitteln ist geboten. Falls Nahrungsergänzungsmittel mit Eisen eingenommen werden, muss die Einnahme unbedingt gestoppt werden. Darüber hinaus ist unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Spinat
 

Die Standardtherapie bei der Hämochromatose ist der Aderlass. Das wirkt etwas mittelalterlich, ist aber die wichtigste Behandlungsmethode bei der Eisenspeicherkrankheit. Alternativ zum Aderlass gibt es auch medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten. Wenn sich deutlich zu viel Eisen im Blut befindet und Symptome gezeigt werden, muss eine Eisen Überdosierung im Krankenhaus behandelt werden. Auch wenn es zu einem Erbrechen und Durchfall kam, können noch grössere Mengen Eisen im Körper sein. In manchen Fällen ist dann eine Ganzdarmspülung oder eine intravenöse Gabe von Deferoxamin notwendig. Dabei handelt es sich um ein Medikament, welches sich an das Eisen im Blut bindet und so für eine Ausscheidung über den Urin sorgt (Chelat-Therapie). Diese Massnahme ist aber nur in besonders schweren Fällen notwendig.

 

Bildnachweise:

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