Warum Magnesium in der Schwangerschaft & Stillzeit so wichtig ist

Schwangere Frau liegt auf dem Bett

iStock.com/DeanDrobot

Jeder Mensch braucht eine ausreichende Versorgung mit Magnesium, doch in der Schwangerschaft steigt der Bedarf ein wenig an. Magnesium ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff und ein essenzieller Bestandteil von Körperflüssigkeiten und Zellen. Dieses Mineral übernimmt viele wichtige Funktionen im Körperinneren. So hat Magnesium einen Einfluss auf viele Stoffwechselenzyme und trägt ebenso zu einer gesunden Funktion der Gefäss- und Herzmuskelzellen bei. In den Monaten der Schwangerschaft und in der Stillzeit erhöht sich der Magnesiumbedarf geringfügig. Erfahren Sie hier, worauf in dieser Zeit besonders geachtet werden sollte, damit es zu keiner Unterversorgung kommt.

Wie wichtig ist Magnesium in der Schwangerschaft?

Für jede werdende Mama sind die Monate der Schwangerschaft eine spannende und einzigartige Zeit! Der eigene Körper verändert sich von Tag zu Tag auf vielfältige Weise und es wird immer mehr Energie benötigt. Schliesslich wächst im Bauch ein kleines Wunder heran, ein kleiner Mensch, der für eine optimale Entwicklung und ein perfektes Wachstum mit essenziellen Nähr- und Vitalstoffen versorgt werden muss.

Schwangere Frau hält ihren Babybauch
iStock.com/Vasyl Dolmatov

Da verwundert es ganz und gar nicht, dass der Mineralstoffbedarf in der Schwangerschaft und auch später in der Stillzeit höher ausfällt als normal. Frauenärztinnen und Frauenärzte empfehlen schwangeren Frauen, in dieser Lebensphase besonders auf einen ausbalancierten Magnesiumhaushalt zu achten. Magnesium sorgt beispielsweise für eine entspannte Muskulatur und kann so unangenehme Muskel- oder Wadenkrämpfe verhindern. Zudem ist das Mineral bei vielen verschiedenen Stoffwechselvorgängen einfach unverzichtbar. Magnesium ist zudem sehr wichtig für eine normale Eiweisssynthese, eine Neubildung von Proteinen und ebenso für eine gesunde Zellteilung. All das sind sehr wichtige Prozesse während der Entwicklung des Babys. Ausserdem unterstützt der Mineralstoff die Funktionsweise des Nervensystems.

Warum Magnesium in der Schwangerschaft?

Durch veränderte körperliche Funktionen in den neun Monaten der Schwangerschaft scheiden die Nieren der werdenden Mutter höhere Magnesiummengen aus.

  • Viele schwangere Frauen schwitzen durch die körperliche Belastung der Schwangerschaft mehr. Dadurch werden auch vermehrt Elektrolyte und somit auch Magnesium, abgesondert.
  • Schwangere Frauen haben einen verstärkten Harndrang. Durch das häufige Wasserlassen verliert der Körper auch eine gewisse Menge an Magnesium.
  • Auch das ungeborene Baby lagert im letzten Schwangerschaftsdrittel bis zu 7 mg Magnesium pro Tag ein. Die Erklärung hierfür ist, dass das Kind in dieser Zeit rasant wächst und sein eigenes Körpergewicht fast verdreifacht. Dafür braucht es auch viel mehr Mineralstoffe und eben auch Magnesium.

Wie hoch ist der Magnesiumbedarf in der Schwangerschaft?

Durch das Wachstum des ungeborenen Babys und der Plazenta (Mutterkuchen) steigt auch der Magnesiumbedarf. Die Magnesiumausscheidung ist bei werdenden Müttern aufgrund von Veränderungen im Hormonhaushalt um rund 20 % erhöht. Der Magnesiumbedarf liegt in der Schwangerschaft zwischen 310 und 350 mg pro Tag. Im Vergleich hierzu liegt die empfohlene Tagesdosis für nicht schwangere Frauen ab dem 25. Lebensjahr bei 300 mg. Diese geringfügige Differenz lässt sich im Allgemeinen sehr gut über eine gesunde, vielseitige und ausgewogene Ernährung decken. Trotzdem kann es gerade in der Schwangerschaft immer wieder zu veränderten Ernährungsgewohnheiten – in Form von neuen Vorlieben oder Abneigungen gegenüber bestimmten Lebensmitteln – kommen. Auch die oft auftretende Schwangerschaftsübelkeit kann die gewohnte Nahrungsaufnahme oder die Verdauungsprozesse beeinträchtigen.

Sollte eine zusätzliche Supplementierung mit Magnesiumpräparaten erforderlich sein, muss unbedingt mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt Rücksprache gehalten werden. Der Arzt weiss genau, welches Präparat, in welcher Dosierung, am besten zu verschreiben ist – so kann eine allfällige Unterversorgung behoben und eine Überdosierung vermieden werden.

In welchen Lebensmitteln findet sich Magnesium?

Eine ausgewogene, vielseitige und vollwertige Ernährungsweise liefert Tag für Tag die nötige Magnesiummenge.
Besonders reich an Magnesium sind dabei folgende Lebensmittel:

Verschiedene Früchte und grünes Gemüse
iStock.com/AlexRaths
  • Früchte wie Himbeeren oder Bananen
  • Alle grünen Gemüsesorten
  • Kartoffeln
  • Möhren
  • Fleisch
  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen, Bohnen, Erbsen
  • Nüsse und Samen
  • Milch und Milchprodukte wie zum Beispiel Naturjoghurt, Käse, Buttermilch, usw.
  • Vollkornprodukte wie Haferflocken oder Vollkornbrot
  • Sojaprodukte

Insbesondere in den heissen Sommermonaten verliert der Körper über den Schweiss noch mehr wertvolle Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium. Daher ist es sehr wichtig, auch über das Trinken die Depots wieder aufzufüllen und die verloren gegangenen Mineralien zu ersetzen. Im Idealfall sollte zu magnesiumreichem Mineralwasser gegriffen werden.

Magnesiummangel in der Schwangerschaft

Durch die Entwicklung und das Wachstum des noch ungeborenen Babys steigt auch der Magnesiumbedarf. Zudem verändert sich der Stoffwechsel der werdenden Mama und infolgedessen werden rund 25 % mehr Magnesium über die Nieren aus dem Organismus ausgeschieden. Spätestens ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel kann es recht schwierig werden, den Magnesiumbedarf ausschliesslich über die tägliche Ernährung zu decken.

Ein Magnesiummangel kann sich in den Monaten der Schwangerschaft durch verschiedene Symptome bemerkbar machen:

  • Muskelkrämpfe wie Wadenkrämpfe oder Bauchkrämpfe
  • Wassereinlagerungen (Ödeme)
  • Muskuläre Zuckungen
  • Schmerzhafte Verspannungen

Wie gefährlich kann eine Mangelversorgung für werdende Mütter sein?

Neben Nervositätszuständen, Schlafstörungen sowie einer anhaltenden Müdigkeit, kann es bei einem Magnesiummangel vor allem zu vermehrten (nächtlichen) Muskelkrämpfen kommen. Aus diesem Grund sollte immer auf eine ausreichende Zufuhr geachtet werden.
Verkrampfungen wie Wadenkrämpfe, Bauchkrämpfe und Muskelkrämpfe sind unangenehm, doch Gebärmutterkrämpfe können sehr gefährlich werden. Sie können unerwartet und zu einem viel zu frühen Zeitpunkt Wehentätigkeit auslösen.

Wann ist der Gang zum Arzt erforderlich?

Die meisten Hebammen und Frauenärzte sprechen dieses so wichtige Thema von sich aus an. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen kann jede werdende Mutter auch Fragen stellen und sich professionell beraten lassen. Viele Mediziner empfehlen präventiv ein Präparat gegen Magnesiummangel, zum Beispiel ein Trinkgranulat, Brausetabletten oder Magnesium-Kapseln.
Ist das nicht der Fall oder tauchen Beschwerden wie muskuläre Zuckungen, Verspannungen oder Wadenkrämpfe auf, sollten Sie unbedingt das Gespräch mit Ihrem Arzt suchen, sich zu den unterschiedlichen Präparaten beraten lassen und ein passendes Magnesiumpräparat verschreiben lassen.

Welches Magnesiumpräparat ist geeignet?

Die üblichsten Darreichungsformen sind Tabletten, Brausetabletten, Kapseln oder auch Trinkgranulate. Zudem gibt es Magnesium auch als Spray, Gel, Öl oder in Pulverform zu kaufen. Wichtig ist immer ein Blick auf die Zutatenliste: Hochwertige Magnesiumpräparate enthalten keine unnötigen Zusatzstoffe.

Vor der Einnahme solcher Präparate sollte aber unbedingt mit dem behandelnden Arzt Rücksprache gehalten werden. Ein zu hohe Magnesium-Dosierung kann zu einem weichen Stuhlgang oder sogar zu Durchfallbeschwerden führen. Durch die Wahl des richtigen Präparats lässt sich das aber oftmals vermeiden. Überschüssige Mengen scheidet ein gesunder Organismus im Allgemeinen über die Nieren wieder aus.

Magnesium in der Stillzeit

Frau stillt ihr Baby
iStock.com/LightFieldStudios

Auch in der Stillzeit ist der tägliche Magnesiumbedarf erhöht. Er liegt im Durchschnitt bei 390 mg pro Tag. Über die Muttermilch bekommt das Baby alle essenziellen Nährstoffe, die es für ein gesundes Wachstum und eine optimale Entwicklung benötigt. Zudem bekommt es Antikörper, Vitamine und Enzyme, die für ein einwandfrei funktionierendes Immunsystem sehr wichtig sind. Darüber hinaus wird das neugeborene Baby über die Muttermilch mit Zucker, Proteinen und Fetten versorgt, ebenso aber auch mit wertvollem Kalzium, Eisen und auch Magnesium!
100 ml Muttermilch beinhalten rund 3 mg Magnesium. Eine stillende Mama gibt also einen beträchtlichen Magnesiumanteil während der Stillmahlzeiten ab, was auch der Grund für den deutlich erhöhten Mineralstoffbedarf in der Stillzeit ist.

In dieser Zeit sollte die Mineralstoffversorgung besonders gut im Blick behalten werden, damit sowohl Mutter wie auch das Baby bestens versorgt sind. Auch eine abwechslungsreiche, bewusste und magnesiumreiche Ernährungsweise ist in dieser Zeit von besonderer Bedeutung. Sollte es in der Stillzeit zu einem Magnesiummangel kommen, muss dieser durch geeignete Präparate ärztlich behandelt werden.

Häufige Fragen zum Thema Magnesium und Schwangerschaft

Ist zu viel Magnesium in der Schwangerschaft schädlich?

Bei der Einnahme von Magnesiumpräparaten sollte immer ärztliche Rücksprache gehalten werden. Nicht nur eine Mangelversorgung ist unerwünscht, ebenso ist die Überdosierung. Zu viel Magnesium kann zu weichem Stuhl und Durchfall führen. Überschüssiges Magnesium wird jedoch meist vom Körper einfach ausgeschieden. Die richtige Dosierung von Magnesium ist dennoch erstrebenswert.

Ist Magnesium gut in der Schwangerschaft?

Magnesium übernimmt wichtige Funktionen im Körper und ist nicht nur während einer Schwangerschaft essentiell. Während der Schwangerschaft verändert sich jedoch der Bedarf am wichtigen Mineralstoff. Durch vermehrtes Schwitzen und verstärkten Harndrang wird mehr Magnesium aus dem Körper ausgeschieden. Zusätzlich benötigt das wachsende Baby Magnesium.

Wieviel Magnesium darf eine Schwangere nehmen?

Während der Schwangerschaft steigt der Magnesiumbedarf leicht an und liegt zwischen 310 und 350 mg pro Tag. Sowohl das Wachstum des Babys und der Plazenta als auch die vermehrte Mineralstoffausscheidung aufgrund des veränderten Hormonhaushaltes bedingen den höheren Bedarf. Eine möglicherweise notwendige Supplementierung sollte mit der behandelnden Ärztin besprochen werden, damit die ideale Dosierung gefunden werden kann.

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Ina
Christina ist im Onlinemarketing tätig und zudem ausgebildete Ernährungsberaterin. Darüber hinaus hat sie ein breites medizinisches Grundlagenwissen und schreibt seit Jahren in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Medizin und Fitness. Ihren Ausgleich findet sie im Reisen.

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