Die Süsslupine – was kann die eiweissreiche Lupine?

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Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammend, ist die Lupine inzwischen in ganz Europa heimisch. Aufgrund ihres hohen Proteingehalts erlangte sie in den letzten Jahren zunehmend Beliebtheit auf dem Speiseplan von Veganern und Vegetariern, da Lupinen als hochwertige Alternative zu Soja gelten. Mehr noch: Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe gilt die Lupine inzwischen als das Allroundtalent unter den pflanzlichen Eiweissen. Es ist zudem das einzige basische Eiweiss, da es frei von jeglichen Purinen ist.

Die Lupine ist eine Staudenpflanze, deren Samen als Nahrungsmittel verwendet werden können. Lupinensamen gehören zu den Hülsenfrüchten. In vielen Gärten sind die durchaus hübsch und farbenfroh anzusehenden Staudengewächse beliebt, da ihre Wurzeln tief in die Erde hineinwachsen und dadurch den Boden auflockern. Zudem versorgen sich Lupinen über die Luft selbst mit Stickstoff und geben diesen auch noch als natürlichen Dünger ins Erdreich ab – kein Wunder, dass Lupinen nicht nur aufgrund ihrer tollen Nährwerte weithin geschätzt werden.

Süsslupine oder Lupine – was ist der Unterschied?

Die offizielle Bezeichnung für die tolle Staude ist Lupine. Die Süsslupine ist eine spezielle Zucht der Lupine, die sich dadurch auszeichnet, dass ihren als Nahrungsmittel verwendeten Teilen die Bitterstoffe fehlen. Süsslupinen schmecken also nicht süss, sondern lediglich nicht bitter. Dieser leicht-süssliche bis neutrale Geschmack macht sie zu einem Alleskönner in der gesundheitsbewussten, pflanzlichen Küche. Sie kann als Mehl oder Pulver zum Kochen und sogar Backen genauso verwendet werden, wie als Eiweissdrink oder eiweissreiche Zutat in Smoothies. Genau diese Wandlungsfähigkeit macht die Süsslupine so besonders.

Erst durch den Entzug der Bitterstoffe wird sie zum wertvollen Lebensmittel. Denn wild wachsende Lupinen, die sogenannten Bitterlupinen, sind aufgrund ihrer enthaltenen Alkaloide bei Verzehr giftig für den Menschen. Wir raten daher dazu, Süsslupine immer bereits verarbeitet zu kaufen und nicht selbst mit Züchtungen zu experimentieren

Süsslupine als Nahrungsmittel: So vielfältig ist die Lupine

Bei archäologischen Ausgrabungen in Ägypten fanden sich Hinweise darauf, dass die Süsslupine bereits vor über 2.000 Jahren wichtiger Bestandteil der täglichen Ernährung war. Schon die alten Ägypter wussten also um ihre wertvollen Inhaltsstoffe. Es muss also bereits damals bitterstoffarme und ungiftige Züchtungen der Lupinen gegeben haben.

Die Geschichte der Süsslupine als Nahrungsmittel ist bei uns noch nicht so alt: Erst vor etwas über hundert Jahren entdeckte man die Vielfältigkeit der in der Natur frei wachsenden Lupine und begann damit, aus der schönen Staude Seife, Tisch- und Handtücher, Schreibpapier und sogar Klebstoff herzustellen.

Schon damals wurde aber auch die immer bitterstoffärmer gezüchtete Version zur Herstellung von Nahrungsmitteln und Fleischersatz verwendet, etwa für Lupinensuppe, Lupinensteak, Lupinenbutter und Lupinenkäse. Obwohl die Süsslupine als Nahrungsmittel zwischendurch fast wieder in Vergessenheit geriet, sind einige Verwendungsarten bis heute bekannt, zum Beispiel der Lupinenkaffee, die einzig basische Alternative zu Bohnenkaffee. In Italien und Portugal serviert man in Salzlake eingelegte Lupinensamen traditionell als Snack – den Lupinensnack.

Es gibt unter den Pflanzen kein Nahrungsmittel, das so vielfältig verwendet werden kann wie die Lupine. Bei uns ist heute neben Lupinenkaffee (der aus den Früchten der Staude gewonnen wird) das Lupinenmehl (auch als Eiweisspulver oder Lupinenprotein bekannt) am weitesten verbreitet. Kein Wunder, lässt es sich doch so vielfältig verwenden. Auch Lupinen-Bratlinge, Lupinen-„Tofu“ und -Tempeh oder -Joghurt werden immer beliebter. Kein Wunder, denn als basische Alternative zu Soja kann sich die tolle Pflanze sehen lassen.

Inhaltsstoffe der Süsslupine

Mit einem Eiweissanteil von durchschnittlich 40 Prozent können Lupinensamen mit den Sojabohnen, die etwa zwischen 35 und 50 Prozent Protein enthalten, mühelos mithalten. Zudem ist die Süsslupine aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe das einzige basische Eiweiss unter den pflanzlichen Proteinen, ist also nicht nur empfehlenswert im Rahmen einer basenüberschüssigen Ernährung – sie liefert auch echte „Basenpower“.

Lupinen enthalten zudem lediglich fünf Prozent Kohlenhydrate und sind damit perfekt geeignet für die Low-Carb- und Sporternährung. Soja hingegen hat einen drei Mal so hohen Anteil an Kohlenhydraten. Noch deutlicher ist der Unterschied beim Fettgehalt: Die Süsslupine wartet hier mit durchschnittlich fünf Prozent auf, während Soja vier Mal so viel, ganze 20 Prozent, Fett enthält.

Um bei den Inhaltsstoffen zu bleiben: Lupinen enthalten besonders viel zweiwertiges Eisen. Dieses Eisen kann vom Körper besonders gut aufgenommen und verwertet werden. Weiterhin zeichnet sich die Süsslupine mit 15 bis 18 Prozent durch einen hohen Gehalt an Ballaststoffen aus. Soja hingegen ist mit etwa sechs Prozent eher ballaststoffarm. Zudem können die im Soja enthaltenen Phytoöstrogene im Körper ähnlich wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen wirken, was den Hormonhaushalt empfindlich stören kann.

Gegen einen gelegentlichen Verzehr von Soja ist natürlich nichts einzuwenden. Achten Sie dabei vor allem auf Herkunft und Verarbeitung und bevorzugen Sie Bio-Produkte ohne bedenkliche Zusatzstoffe.

Anbau von Soja und Süsslupine im Vergleich

Als in heimischen Gefilden angebaute Pflanze hat die Süsslupine einen entscheidenden Vorteil gegenüber Soja: Sie gedeiht bestens in kargen, sandigen Böden und auch unser etwas kälteres Klima macht ihr nichts aus. So liegen ihre Hauptanbaugebiete bei uns in Norddeutschland und einigen Regionen Österreichs. Damit entfallen auch lange Transportwege und die Verarbeitung erfolgt hier vor Ort – ein echter Pluspunkt für die Natur. Mehr noch, Lupinen werden als Bodenverbesserer eingesetzt und daher eher in Mischkulturen angebaut, was ein erfolgreicher Weg der natürlichen Düngung ist.

Im Gegensatz dazu stammt die Sojabohne in der Regel aus tropischen Gefilden und für ihren Anbau in Monokulturen werden nicht selten ganze Regenwälder abgeholzt. Ein Problem, das auch schon von der Palmöl-Produktion bekannt ist. Leidtragende sind nicht nur wir Menschen, auch die Tierwelt büsst dadurch stark an Vielfalt ein. Dazu kommen lange Transportwege, die sich ebenfalls nicht gerade positiv auf die Umwelt auswirken.

Die Vorteile der Süsslupine auf einen Blick

  • Eiweissreich mit bis zu 40 Prozent Proteinanteil
  • Enthält alle acht essentiellen Aminosäuren (lebenswichtige Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann)
  • Niedriger Kohlenhydratanteil
  • Hoher Eisengehalt
  • 15 Prozent Ballaststoffe
  • Laktose- und glutenfrei
  • Cholesterinfrei und fettarm
  • Mild-nussiger bis süsslicher Geschmack
  • Ethisch unbedenklicher Anbau und Produktion
  • Regionales Produkt

Sie sehen – die Süsslupine ist ein wertvolles Nahrungsmittel, das den Speiseplan vielfältig bereichern kann. Für welches pflanzliche Protein Sie sich auch immer entscheiden, achten Sie darauf, dass es zumindest aus kontrolliertem und am besten aus Bio-Anbau stammt. So haben Sie die Sicherheit, ein hochwertiges Produkt zu verzehren und Ihrem Körper etwas Gutes zu tun.

Häufige Fragen zum Thema Süsslupine

Was ist Süsslupine?

Süsslupinen sind nährstoffreiche Hülsenfrüchte, die basisches Eiweiss ohne Purin liefern. Die Lupinen sind relativ anspruchslose Pflanzen, die u.a. auch sehr gut in Deutschland wachsen und durch kurze Transportwege punkten. Süsslupinen können ganz gegessen werden, beliebt sind auch weiterverarbeitete Produkte wie Lupinenmehl, Schrot oder Lupinenkaffee oder Fleischersatz aus Lupineneiweiss.

Was ist der Unterschied zwischen Lupine und Süsslupine?

Die offizielle Bezeichnung für die tolle Staude ist Lupine. Die Süsslupine ist eine spezielle Zucht der Lupine, die sich dadurch auszeichnet, dass ihren als Nahrungsmittel verwendeten Teilen die Bitterstoffe fehlen. Süsslupinen schmecken also nicht süss, sondern lediglich nicht bitter. Erst durch den Entzug der Bitterstoffe wird sie zum Lebensmittel.

Kann man Süsslupinen roh essen?

Süsslupinen können roh gegessen werden, meist wird jedoch die gekochte Variante bevorzugt. Wichtig ist beim rohen Verzehr, dass es sich um Süsslupinen handelt. Andere Lupinensorten enthalten giftige Bitterstoffe.

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Redaktion
Die Redaktion des myFairtrade Ratgebers befasst sich täglich mit den Themen Gesundheit, Ernährung und Nahrungsergänzung und gibt ihr Wissen gerne in einfacher und verständlicher Art und Weise weiter.

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