Löwenzahn – das vermeintliche Unkraut als Heilpflanze

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Löwenzahn, lat. Taraxacum officinale, kennt wohl jeder. Er ist auf fast jeder Naturwiese zu finden und gilt vielen als Unkraut. Von Besitzern von Kleintieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen werden die Blätter jedoch gerne gesammelt, um sie zu verfüttern. Doch dass die Löwenzahn-Pflanze auch eine gute und sogar heimische Heilpflanze ist und in der Küche verwendet werden kann, wissen nur die wenigsten. Auch im Ayurveda wird Löwenzahn eingesetzt – er wird dort vor allem wegen seiner entgiftenden Wirkung gerne genutzt. Wer Löwenzahn sammelt, sollte aber darauf achten, dass dieser von einer Naturwiese stammt, die nicht direkt neben einer Strasse liegt, sodass die Belastung mit Autoabgasen vermieden wird.

Steckbrief: Löwenzahn

Mädchen mit Pusteblume
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Lateinischer Name: Taraxacum officinale

Herkunft: Europa und West-Asien

Andere Namen: Saublume, Pusteblume, Butterblume

Familie: Korbblütler (Asteracae)

Verbreitung: ist auf der ganzen Nordhalbkugel verbreitet, auf der Südhalbkugel ist er eigentlich nur zu finden, wenn er dahin verschleppt wurde

Verwendbare Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Wurzel

Erntezeit: April bis September

Blütezeit: April bis Juli

Merkmale 

  • mehrjährige Pflanze
  • Wuchshöhe zwischen 15 bis 45 cm
  • Farbe des Blütenstandes ist leuchtend gelb mit vielen Zungenblüten
  • fleischige Pfahlwurzel
  • Wurzel kann bis zu einem Meter lang sein, selten auch länger
  • Farbe der Wurzel: aussen dunkelbraun bis schwarz
  • Blätter sind am Boden rosettenartig angeordnet und 10 bis 30 cm lang
  • Blattrand eingeschnitten und gezahnt
  • Blattform länglich-eiförmig
  • alle Pflanzenteile führen viel Milchsaft
  • aus den Blüten wird nach dem Blühen eine Pusteblume und der Samenstand sieht dann aus wie ein weisser Ball
  • jeder Samen hat einen kleinen Flugschirm

Standort- & Bodenbeschaffenheit

Die Saublume, wie der Löwenzahn auch genannt wird, wächst an sonnigen bis halbschattigen Standorten. An einer sonnigen Lage bilden sich aber mehr und gesündere Blätter. Der Löwenzahn ist eine Pflanze, die lockere, nährstoffreiche Böden bevorzugt.

Verwechslungsgefahr: Kreuzkraut – wer den Löwenzahn kennt, wird die beiden Pflanzen aber fast nicht verwechseln können. Eine Verwechslung kann aber unangenehme Folgen haben, da das Kreuzkraut giftig ist.

Giftigkeit: keine, es gibt aber Personen, die auf den Milchsaft des Löwenzahns allergisch reagieren

Löwenzahn und seine Wirkung

Der Löwenzahn und seine Wirkung als Heilpflanze sind schon lange bekannt. Er wurde zu früheren Zeiten bei Problemen mit der Leber und der Galle eingesetzt. Die Löwenzahn-Pflanze, insbesondere die Blätter und die Blüten sind wassertreibend und auch mild abführend. Das enthaltene Kalium im Löwenzahn trägt zu dieser Wirkung bei.
Bei folgenden Beschwerden wird der Löwenzahn wegen seiner Wirkung gerne eingesetzt:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Störungen des Stoffwechsels wie Rheuma oder Gicht
  • fehlendem Appetit

Der Löwenzahn wird aufgrund seiner Wirkung ausserdem gerne zur Entschlackung eingesetzt.

Die Inhaltsstoffe der Löwenzahn-Pflanze

Die Löwenzahn-Pflanze ist reich an Kalium. Sie enthält zahlreiche wertvolle Bitterstoffe und viel Vitamin C, daneben Gerbstoffe und Flavonoide, die Wurzel zusätzlich bis zu 25 Prozent Inulin.

Löwenzahntee

Wer Löwenzahn wegen seiner Wirkung als Heilpflanze zu sich nimmt, trinkt ihn üblicherweise als Tee. Dabei werden – je nach gewünschter Wirkung – Blätter und Wurzel oder nur die Wurzel als Tee zubereitet. Es ist die wichtigste Darreichungsform des Löwenzahns.

Und so wird der Löwenzahntee zubereitet:

2 Teelöffel Löwenzahnblätter und etwas Wurzel mit etwa 20 ml Wasser kurz aufkochen und 15 Minuten stehen lassen. Eine Tasse Tee, jeweils morgens und abends getrunken, soll gegen Verdauungsbeschwerden und Probleme mit dem Stoffwechsel helfen. Mit Löwenzahntee kann gut eine mehrwöchige Kur durchgeführt werden.

Auch wer unter Völlegefühl leidet, weil er zu viel oder zu fettig gegessen hat, kann mit dem Löwenzahntee Abhilfe schaffen. Doch Vorsicht: Durch die leicht abführende und harntreibende Wirkung ist es besser, nach dem Genuss von Löwenzahntee zu Hause zu bleiben und nicht auszugehen – oder wenn doch, dann nur an einen Ort, wo einfach eine Toilette aufgesucht werden kann.

Löwenzahntee als Entschlackungstee

Beim Entschlackungstee wird, anders als beim „normalen“ Löwenzahntee, auf die Löwenzahnblätter verzichtet. Für eine optimale Wirkung werden lediglich etwa 5 g Löwenzahnwurzel mit 150 ml Wasser aufgekocht. Danach den Tee 15 Minuten ziehen lassen, abseihen und trinken.

Die Löwenzahnpflanze in der Küche

In der Küche werden sowohl Blätter als auch die Blüten verwendet. Zwei beliebte Rezepte sind der Löwenzahnsalat und der Löwenzahnhonig.


Löwenzahnsalat

Löwenzahnsalat ist ein perfekter Frühlingssalat. Die jungen Blätter der Löwenzahn-Pflanze werden mit einem feuchten Tuch sauber gewischt. Für das Dressing wird Öl und Essig miteinander vermischt und dieses mit rund einem Teelöffel Zucker und einem halben Teelöffel Salz gewürzt. Dies sorgt dafür, dass der Salat aus der Löwenzahnpflanze weniger bitter schmeckt. Die Bitterstoffe sind für die Löwenzahn-Wirkung als Heilpflanze zwar erwünscht, sollten im Salat aber nicht zu stark sein.

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Löwenzahnhonig
Beim Löwenzahnhonig handelt es sich nicht um Honig im eigentlichen Sinne. Es ist mehr eine Mischung mit Löwenzahnaroma in Sirupform. Da der Saublumenhonig, wie der Löwenzahnhonig auch genannt wird, keine tierischen Bestandteile und Erzeugnisse enthält, ist dieser vegan.

Herstellung Löwenzahnhonig

Folgende Zutaten werden benötigt:

  • 125 g Löwenzahnblüten
  • einen halben Liter Wasser
  • abgeriebene Schale einer halben Zitrone
  • 1 bis 2 EL Zitronensaft
  • 300 g Zucker

Die Blütenblättchen werden abgezupft und abgespült und dann mit dem Wasser und der Zitronenschale aufgekocht. Nach einer Kochzeit von etwa sechs Minuten den Topf von der Platte nehmen und zugedeckt einen Tag ruhen lassen. Danach die Flüssigkeit durch ein Sieb giessen, den Saft zusammen mit dem Zitronensaft und dem Zucker erneut aufkochen und unter Rühren etwa eine halbe Stunde sirupartig einkochen lassen. Den Sirup in saubere Gläser füllen. Diese sofort verschliessen, einmal kurz auf den Kopf drehen und danach abkühlen lassen.

Löwenzahn im Garten: Eher bekämpft als erwünscht

Die wenigsten Gartenbesitzer wünschen sich Löwenzahn im Garten oder pflanzen ihn gar an. Kleintierbesitzer etwa lassen den Löwenzahn teils einfach stehen und verfüttern ihn an ihre kleinen Haustiere. Aber nicht nur Nager mögen die Löwenzahnblätter. Auch Vögel wie Wellensittiche oder Kanarienvögel sind Fans der Löwenzahnpflanze. In der Regel aber wird Löwenzahn bekämpft. Für Liebhaber des Löwenzahns ist es wichtig zu wissen, dass die Pflanze so weit verbreitet ist, dass sie beispielsweise auf Naturwiesen auch in grossen Mengen gesammelt werden kann.

Einzelne Löwenzahn-Pflanzen gibt es in fast jedem Garten. Doch wer nicht darauf warten will, dass sich die Löwenzahn-Pflanzen im Garten von allein verbreiten, kann ihn tatsächlich auch aussäen. Dies kann von April bis September geschehen. Die Samen wachsen in tiefgründigem, humosem Boden übrigens am besten heran. Die Löwenzahn-Pflanze ist sehr robust und benötigt keine Pflege. Bei sehr trockenem Wetter etwas giessen genügt.

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