Zink-Überdosierung: Symptome, Folgen und was Sie tun können
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Zink ist lebensnotwendig – doch mehr ist nicht automatisch besser. Vor allem durch zu hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel kann die Zufuhr deutlich über dem liegen, was der Körper benötigt. Eine einmalig sehr hohe Aufnahme kann akute Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen auslösen. Wer über längere Zeit zu viel Zink aufnimmt, riskiert zudem unerwünschte Folgen, etwa für den Kupferhaushalt. Hier erfahren Sie, woran sich eine zu hohe Zinkzufuhr erkennen lässt, ab welchen Mengen Vorsicht geboten ist und was Sie tun sollten, wenn Sie zu viel Zink eingenommen haben.
Zink-Überdosierung: Welche Symptome sind möglich?
Ob und welche Beschwerden auftreten, hängt unter anderem von der aufgenommenen Zinkmenge und der Dauer der erhöhten Zufuhr ab. Grössere Mengen können bereits nach einer einzelnen Einnahme Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Bei einer längerfristig zu hohen Zufuhr können dagegen andere Folgen in den Vordergrund treten. Die Beschwerden allein zeigen allerdings nicht zuverlässig, ob tatsächlich eine Zink-Überdosierung vorliegt.
- Übelkeit
- Erbrechen
- Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
- Durchfall
- Appetitverlust
- Kopfschmerzen
- Schwindel
Übelkeit nach der Einnahme eines Zinkpräparats bedeutet nicht automatisch, dass eine Überdosierung vorliegt. Magen-Darm-Beschwerden können bei oraler Zinkeinnahme auftreten, ohne dass sich daraus allein auf eine Überdosierung schliessen lässt. Für die Einordnung sind deshalb unter anderem die aufgenommene Menge, die Dauer der Einnahme und der zeitliche Zusammenhang mit den Beschwerden wichtig.
Davon zu unterscheiden ist das sogenannte Metallrauchfieber, das gelegentlich auch als „Zinkfieber“ bezeichnet wird. Es entsteht nicht durch zu viel Zink aus Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln, sondern durch das Einatmen von Metallrauch, beispielsweise von Zinkoxid beim Schweissen. Typisch sind unter anderem Fieber, Schüttelfrost, Muskelbeschwerden und allgemeines Unwohlsein.
Wie kommt es zu einer Zink-Überdosierung?

Über die normale Ernährung ist eine gesundheitlich problematisch hohe Zinkzufuhr nur schwer zu erreichen. Deutlich relevanter sind Nahrungsergänzungsmittel, wenn sie zu hoch dosiert oder mehrere zinkhaltige Präparate gleichzeitig eingenommen werden. Besonders zinkreich sind zwar beispielsweise Austern – eine Überdosierung allein durch gewöhnliche Lebensmittel ist jedoch selten.
Wie viel Zink aus der Nahrung aufgenommen wird, hängt auch von deren Zusammensetzung ab. Phytat, das vor allem in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten vorkommt, kann die Aufnahme von Zink im Darm verringern. Deshalb berücksichtigen die Referenzwerte für Erwachsene auch die Phytatzufuhr. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass bei einer phytatreichen Ernährung grundsätzlich höher dosierte Zinkpräparate nötig oder unbedenklich sind.
Ab wann ist Zink zu viel?
Wie viel Zink Erwachsene täglich benötigen, hängt unter anderem von Geschlecht und Phytatzufuhr ab. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Frauen ab 19 Jahren je nach Phytatzufuhr 7 bis 10 mg pro Tag, für Männer 11 bis 16 mg.
Davon zu unterscheiden ist die tolerierbare obere Gesamtzufuhr. Für Erwachsene liegt sie nach der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bei 25 mg Zink pro Tag. Dabei zählt die Zufuhr aus allen Quellen zusammen. Dieser Wert ist keine akute Vergiftungsgrenze: Wer an einem einzelnen Tag mehr als 25 mg aufnimmt, hat deshalb nicht automatisch eine Zinkvergiftung. Bei einer dauerhaft höheren Zufuhr nimmt jedoch das Risiko unerwünschter Wirkungen zu.
Tägliche Mengen von beispielsweise 50 oder 75 mg liegen deutlich über dieser tolerierbaren Gesamtzufuhr. Solche Dosierungen sollten nicht ohne medizinischen Grund und fachliche Begleitung über längere Zeit eingenommen werden.
Welche Folgen kann zu viel Zink langfristig haben?
Während eine sehr hohe Zinkaufnahme kurzfristig vor allem Magen-Darm-Beschwerden auslösen kann, ist bei einer dauerhaft zu hohen Zufuhr insbesondere der Kupferhaushalt relevant. Zink kann die Aufnahme von Kupfer im Darm beeinträchtigen. Auf längere Sicht kann dadurch ein Kupfermangel entstehen, der unter anderem eine Blutarmut begünstigen kann.
Bei deutlich höheren Zinkmengen über mehrere Wochen wurden ausserdem eine verminderte Kupferaufnahme, Veränderungen des HDL-Cholesterins und eine Beeinträchtigung der Immunfunktion beobachtet. Medizinisch begründete höhere Dosierungen sind davon zu unterscheiden und sollten entsprechend fachlich begleitet werden.
Wie lässt sich eine Zink-Überdosierung vermeiden?
Wer Zink als Nahrungsergänzung einnimmt, sollte vor allem die Dosierung und die gesamte Zufuhr im Blick behalten. Prüfen Sie deshalb, wie viel Zink das Präparat pro Tagesdosis enthält. Auch Multivitaminpräparate oder andere Nahrungsergänzungsmittel können Zink liefern – mehrere Produkte gleichzeitig einzunehmen, kann die Gesamtmenge unbemerkt erhöhen.

Eine besonders zinkreiche Mahlzeit ist dagegen kein Grund, automatisch das Nahrungsergänzungsmittel für diesen Tag wegzulassen. Entscheidend ist vielmehr die längerfristige Gesamtzufuhr. Höhere Dosierungen, die aus medizinischen Gründen eingesetzt werden, sind gesondert zu betrachten und sollten fachlich begleitet werden.
Zu viel Zink eingenommen – was tun?
Haben Sie versehentlich mehr Zink eingenommen als vorgesehen, bedeutet das nicht automatisch, dass eine Vergiftung vorliegt. Entscheidend sind unter anderem die aufgenommene Menge, der Zeitpunkt der Einnahme und mögliche Beschwerden. Nehmen Sie zunächst kein weiteres Zinkpräparat ein, bis die Situation geklärt ist. Versuchen Sie nicht, Erbrechen herbeizuführen, und halten Sie die Verpackung des Präparats bereit, damit sich die eingenommene Menge nachvollziehen lässt.
Haben Sie eine deutlich höhere Menge als vorgesehen eingenommen oder treten Beschwerden wie wiederholtes Erbrechen, starke Bauchschmerzen oder ausgeprägter Schwindel auf, sollten Sie fachlichen Rat einholen. Bei schweren oder lebensbedrohlichen Beschwerden ist umgehend der Rettungsdienst zu verständigen.
Hilfe bei Vergiftungsverdacht in D-A-CH
Deutschland: Wenden Sie sich an ein Giftinformationszentrum. Welches Zentrum für Ihre Region zuständig ist, finden Sie in der aktuellen Übersicht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Bei akuter Lebensgefahr: 112.
Österreich: Vergiftungsinformationszentrale (VIZ): 01 406 43 43. Bei akuter Lebensgefahr: 144 bzw. 112.
Schweiz: Tox Info Suisse: 145. Bei akuter Lebensgefahr: 144.
Wurde Ihnen eine höhere Zinkdosis aus medizinischen Gründen empfohlen, ändern Sie die Einnahme nicht eigenständig aufgrund allgemeiner Grenzwerte, sondern besprechen Sie das weitere Vorgehen mit der behandelnden Fachperson.
Fazit: Bei Zink kommt es auf die richtige Menge an
Zink ist lebensnotwendig, doch eine dauerhaft zu hohe Zufuhr kann unerwünschte Folgen haben. Besonders relevant sind dabei Nahrungsergänzungsmittel, wenn die Dosierung den individuellen Bedarf über längere Zeit deutlich übersteigt oder mehrere zinkhaltige Präparate kombiniert werden.
Eine einzelne höhere Einnahme führt nicht automatisch zu einer Vergiftung, kann aber Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen auslösen. Bei einer langfristig zu hohen Zufuhr steht insbesondere der Kupferhaushalt im Fokus.
Entscheidend ist deshalb nicht, hohe Dosierungen pauschal zu vermeiden, sondern Zink bedarfsgerecht einzusetzen und die gesamte tägliche Zufuhr im Blick zu behalten. Wer Zink aus medizinischen Gründen höher dosiert einnimmt, sollte sich dabei an die Empfehlung der behandelnden Fachperson halten.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Zink – Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Stand der Ableitung: 2019.
- European Food Safety Authority (EFSA): Summary of Tolerable Upper Intake Levels. 2024.
- National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements: Zinc – Health Professional Fact Sheet.
- National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH): NIOSH Pocket Guide to Chemical Hazards: Zinc oxide.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Giftinformationszentren in Deutschland. Stand: 22.07.2026.
- Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Vergiftung: Notruf & Beratung. Aktualisiert am 23.02.2026.
- Tox Info Suisse: Was tun im Vergiftungsnotfall? Merkblatt 2024.




Mein Zinkwert liegt bei 1.39 ug/ml laut meinem Bluttest.
Ebenso wurde dort aufgeführt , das der Wert zu hoch ist.
Ist der Wert noch grenzwertig oder sollte man jetzt auf etwas bestimmtes achten?
Hallo! Danke für deine Frage. Die Referenzwerte für den Zinkgehalt im Blut variieren je nach Alter, Geschlecht sowie anderen Faktoren. Halte hierzu bitte Rücksprache mit deinem behandelnden Arzt.
Hallo,
was wird geschädigt, wenn man eine chronische Überdosierung hat?
Ich meine mich an Probleme mit den Nieren zu erinnern?
LG von Dani
Liebe Dani!
Danke für die Frage! Wichtig: Beim Verdacht an einer chronischen Zink Überdosierung zu leiden, sollte man sich dringend immer an einen Arzt wenden. Eine Zink Überdosierung äussert sich zunächst in Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Darüber hinaus kann eine chronische Überdosierung zu einem gestörten Eisen- und Kupferstoffwechsel und somit zu einer Anämie führen. Bei einer chronischen Intoxikation sind zudem Nervenschäden nicht auszuschliessen.
Liebe Grüsse
Gabriela
Hallo Carina
Hattest du schon einmal zuviel Zink eingenommen?
Und: danke für den tollen Beitrag zum Thema Zinküberdosis!
… In Hafer(flocken) steckt relativ viel Zink. Aber auch Phytinsäure. Neutralisiert sich das dann nicht? Da ja Phytinsäure die Assimilation von Zink hemmt? LG aus Basel, Gabriel
Hallo Gabriel,
danke für dein Feedback! Ich selbst hatte noch keine Zinküberdosis, aber eine Freundin. Nachdem sie ein paar Stunden das Bürosofa gehütet hat, ging es ihr zum Glück wieder besser.
Bei Hafer und Haferflocken musst du dir keine Gedanken machen. Die sind zwar reich an Zink, enthalten mit 3-4 mg allerdings keine bedenkliche Dosis. Eine Überdosierung macht sich meistens erst ab 25 mg bemerkbar. Außerdem verwertet dein Körper nur einen Teil des Zinks, wie du selbst sagst – dien Phytinsäure im Hafer hemmt die Aufnahme tatsächlich.
Liebe Grüße nach Basel
Carina
Super!