Calciummangel - alles was Sie wissen müssen

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Wenn Menschen an das Mineral Calcium denken, ist die Gesundheit der Knochen normalerweise das Erste, was ihnen in den Sinn kommt. Doch der Nutzen des vielseitigen, lebenswichtigen Minerals geht weit über den Aufbau und die Erhaltung der Skelettknochen hinaus. Calcium wird u.a. auch benötigt,

  • um die normale Funktion der Muskeln zu unterstützen,
  • um die Zellteilung- und spezialisierung optimal sicherzustellen,
  • um die normale Signalübertragung zwischen Nervenstellen zu gewährleisten.

Doch was passiert nun, wenn dem Körper nicht genug Calcium zur Verfügung steht? Calciummangel (Kalziummangel, auch Hypokalzämie genannt) kann sehr gesundheitsschädlich verlaufen und erhöht u.U. das Risiko für folgende Krankheiten.

  • Osteopenie - Knochenschwund oder Knochenverdünnung
  • Osteoporose - Übermässiger Verlust der Knochendichte, die Knochen werden schwach, das Bruchrisiko ist erhöht

Als Tagesbedarf für Erwachsene empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation 500 mg. Die Gesellschaft für Ernährung in Deutschland rät zu einer Tagesdosis von 600 bis 1200 mg für Kinder und Jugendliche und 1000 bis 1200 mg für Erwachsene.

Bekommt der Körper nicht genug Calcium, um die Grundfunktionen aufrechtzuerhalten, wird das Mineral aus den Knochen abgebaut, um diesen Mangel auszugleichen. Weil Calcium im gesamten Körper so wichtig ist, können daher überall Symptome aufgrund des niedrigen Calciumgehalts auftreten, Symptome, die sich auf viele verschiedene Arten manifestieren können.


Was Calcium ist und was es im Körper bewirkt

Calcium ist ein Mineralstoff, der in vielen Lebensmitteln enthalten ist. Der Körper benötigt Calcium zur Aufrechterhaltung starker Knochen und anderer wichtiger Funktionen. Fast das gesamte Kalzium wird im menschlichen Körper in den Knochen und Zähnen gespeichert, wo es deren Struktur und Härte unterstützt.

Unser Körper braucht Calcium auch, damit sich die Muskeln bewegen und die Nerven Nachrichten zwischen dem Gehirn und allen Körperteilen übertragen können. Calcium wird ausserdem für die Blutgefässe benötigt, die das Blut durch den Körper transportieren und für die Freisetzung von Hormonen und Enzymen, die fast jede Funktion im menschlichen Körper beeinflussen.

Close-up rennende Füsse mit markierten Knochen
 

Welche Lebensmittel liefern Kalzium?

Calcium ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Die empfohlene Tagesmenge kann durch den Verzehr folgender calciumhaltiger Lebensmittel erreicht werden: 

Grünes Kohlgemüse

Durch eine Prüfung der Produktetiketten oder mit einem Nährstoffrechner lässt sich z. T. leicht herausfinden, wie viel Calcium ein Lebensmittel enthält.

  • Milch, Joghurt und Käse gelten als die wichtigsten Calciumquellen für die Mehrheit der Menschen
  • Grünkohl, Brokkoli und Chinakohl sind gute pflanzliche Quellen für Calcium
  • Die meisten Getreidesorten (wie Brot, Nudeln und nicht angereichertes Getreide) sind zwar nicht per se reich an Kalzium, fügen der Ernährung aber dennoch signifikante Mengen an Kalzium hinzu, weil Menschen sie häufig oder in grossen Mengen verzehren
  • Calcium findet sich in einigen Frühstückszerealien, Fruchtsäften, Soja- und Reisgetränken sowie Tofu.

Vor allem Milchprodukte sind im Volksmund als Calciumlieferanten bekannt. Sie haben zwar im Vergleich zu anderen Nahrungsmitteln schon eine relativ hohe Calciumkonzentration, eignen sich aber nicht natürlich nicht zur Calciumversorgung bei Menschen, die unter einer Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) leiden, oder Veganern, die auf eine rein pflanzliche Ernährungsweise setzen. Für diese Personen sind pflanzliche Calciumlieferanten umso interessanter - mehr dazu lesen Sie weiter unten. 


Anzeichen und Symptome von Calciummangel

Leider gibt es keine verlässlichen Frühwarnzeichen für einen Calciummangel, da zu dem Zeitpunkt, an welchem die Symptome auftreten, bereits Abweichungen oder Veränderungen im Körper aufgetreten sind. Der Körper versucht seinen Calciumspiegel im Gleichgewicht zu halten, indem er sich das nötige Mineral aus unseren Knochen und Zähnen "stiehlt".

Mit der Zeit können sich die Symptome jedoch auf verschiedene Weise zeigen. Es ist bekannt, dass bei Menschen mit niedrigem Calciumspiegel oder Calciummangel die folgenden leichten bis sehr schweren Symptome, Zustände und Krankheiten auftreten.

  • Taubheit
  • Kribbelnde Finger
  • Muskelkrämpfe,  Krämpfe
  • Lethargie
  • schlechter Appetit
  • spröde oder brüchige Fingernägel
  • Schluckbeschwerden
  • Ohnmacht
  • Karies
  • geistige Verwirrung
  • Knochenbrüche
  • Problem bei der Blutgerinnung
  • Osteopenie oder Osteoporose
  • Osteomalazie
  • Rachitis
  • Wachstumsstörungen
  • Herzprobleme, Herzrhythmusstörungen

Die Ursachen von Calciummangel

Calciummangel tritt nicht über Nacht auf. Es kann Jahre dauern, bis sich körperliche Symptome manifestieren. Wenn also ein Mangel offensichtlich wird, ist der Schaden bereits angerichtet. Die folgenden Ursachen sollten beachtet werden, bevor Symptome durch niedrigen Calciumgehalt auftreten.

Zu geringe Calciumaufnahme
Eine geringe Calciumaufnahme über einen langen Zeitraum ist eine Hauptursache für einen Calciummangel. Für Erwachsene über 19 Jahre wird eine tägliche Calciumaufnahme 1000 bis 1200 mg empfohlen. Der Tagesbedarf ist unabhängig vom Geschlecht gleich hoch. 

Verschreibungspflichtige Medikamente
Bestimmte Medikamente können die Calciumaufnahme verringern (Calciumantagonisten), indem sie die Fähigkeit des menschlichen Körpers beeinträchtigen, Nährstoffe aufzunehmen. Insbesondere blutdrucksenkende sowie Lipid-senkende Medikamente, Diuretika, Antikonvulsiva zur Behandlung epileptischer Anfälle und Kortikosteroide werden mit einem verringerten Calcium- und Vitamin D-Spiegel in Verbindung gebracht.

Älterer Mann nimmt Medikamente
 

Diätetische Unverträglichkeiten
Menschen mit Laktoseintoleranz oder einer Milchallergie haben oft Schwierigkeiten, genügend ausreichende Calciumquellen in der Nahrung zu finden. Auch Gluten-Empfindlichkeiten und Zöliakie (Unverträglichkeit von Gluten) führen häufig zu Entzündungen und Malabsorption von Nährstoffen und dem anschliessenden Risiko eines Knochenverlusts. Malabsorption werden entzündliche Prozesse aufgrund morphologischer Veränderungen im Verdauungstrakt genannt.

Genetische Faktoren
Vitamin D-resistente Syndrome werden durch erbliche Defekte oder Mutationen im Vitamin D-Rezeptor verursacht. Beeinträchtigte Vitamin-D-Rezeptoren können einen direkten Einfluss auf die Fähigkeit des Körpers haben, Calcium aufzunehmen. Vererbte Störungen der Calcium- und Phosphat-Homöostase können auch Knochenschwund und Calciummangel verursachen.

Ältere Frau hat Hitzewallungen

Hormonelle Veränderungen
Ein Rückgang des Östrogens in den Wechseljahren führt dazu, dass Frauen schneller an Knochendichte verlieren. Frauen nach der Menopause haben etwa ein Zehntel des Östrogenspiegels, den Frauen vor der Menopause haben. In der Zwischenzeit wirken sich niedrige Hormonspiegel der Nebenschilddrüse auch auf die Fähigkeit des Körpers aus, Calcium effektiv aufzunehmen. 

 

Calcium ist entscheidend für die Gesundheit unsere Knochen. Um jedoch einen optimalen Nutzen aus dem Mineral zu ziehen, müssen andere Nährstoffe ebenfalls aufgenommen werden. Diese sind:

  • Vitamin D: Calcium und Vitamin D arbeiten sehr gut zusammen. Vitamin D steigert die Fähigkeit des Körpers, Calcium effektiv aufzunehmen. Zusätzliches Vitamin D erhöht also auch die Menge an Calcium im Körper und den Bedarf an Vitamin K. Ein Vitamin-D-Mangel kann einer unzureichenden Zufuhr von Calcium zugrunde liegen. 
  • Vitamin K2: Vitamin K2 ist für den Körper nur sehr schwer zu gewinnen. Vitamin K spielt mit Vitamin D zusammen und unterstützt ebenfalls den Erhalt normaler Knochen.
  • Magnesium: Ein Mangel an diesem Mineral beeinflusst den Knochenaufbau sowie die Knochenbrüchigkeit und verändert den Calciumstoffwechsel und die Hormone, die den Calciumspiegel regulieren.

Wie wird Calciummangel diagnostiziert?

Calciummangel (Hypokalzämie) kann durch niedrige Vitamin-D-Spiegel verursacht werden, die zu einer schlechten Calciumaufnahme führen. Eine verminderte Nebenschilddrüsenhormonfunktion kann ebenfalls als Ursache infrage kommen. Niedrige Nebenschilddrüsenhormonspiegel führen zu einem übermässigen Calciumverlust durch die Nieren und einer verringerten intestinalen Absorption von Calcium.

Da viele Symptome einer Hypokalzämie offensichtlich sind, wird Ihr Arzt zunächst alle Symptome wie Muskelkrämpfe klinisch beurteilen. Eine langanhaltende Hypokalzämie ist mit neuropsychiatrischen Symptomen (Depressionen, Angstzuständen, Euphorie, Psychosen usw.), Katarakten (grauer Star) und sogar erhöhtem Hirndruck verbunden.

Es sollte auch beachtet werden, dass eine allmähliche Hypokalzämie weniger offensichtliche äussere Anzeichen aufweist, als wenn der Kalziumspiegel plötzlich und schnell erschöpft ist. Über die Beobachtungsdiagnose hinaus wird der Arzt das Blutbild untersuchen, um die Kalzium-, Vitamin D- und Nebenschilddrüsenwerte zu überprüfen.

Der Arzt wird den Patienten auch nach seiner Krankengeschichte fragen, da Erbkrankheiten eine Rolle bei der Entwicklung von Hypokalzämie und Osteoporose spielen können. Abhängig vom Alter wird möglicherweise eine Bestimmung der Knochendichte durchgeführt.


Tipps und Tricks, um Calciummangel zu verhindern

Hypokalzämie ist leicht zu behandeln und zu verhindern und beinhaltet im Allgemeinen die Zugabe von mehr Calcium zur täglichen Ernährung. Der Behandlungsplan hängt jedoch letztendlich von der Schwere des Calciummangels ab und sollte mit dem Arzt besprochen werden.

Was die Prävention angeht, ist es nie zu früh, um damit zu beginnen. Menschen mit einem niedrigen Calciumspiegel sollten sich darauf konzentrieren, calciumreiche Lebensmittel mit vielen knochenfreundlichen Nährstoffen zu essen. Nach der maximalen Knochenmasse, die meistens um das 40. Lebensjahr erreicht wird, verlieren Menschen jedes Jahr 1 % ihrer gesamten Knochenmineraldichte. Das heisst Menschen mit fortgeschrittenem Lebensalter haben eine geringere Knochendichte, da die Knochensubstanz langsam abnimmt. Die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen nimmt mit zunehmendem Alter ebenfalls ab.

Bei Erwachsenen über 50 steigt der Calciumbedarf auf 1.200 Milligramm pro Tag. Kinder benötigen je nach Alter zwischen 200 und 700 Milligramm pro Tag, während Jugendliche etwa 1200 Milligramm pro Tag benötigen, um ihr Knochenwachstum zu unterstützen. Hier sind ein paar Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung von Calciummangel:

Pflanzliche Lebensmittel mit hohem Calciumgehalt

Der Verzehr der folgenden Lebensmittel ist ein guter Weg, um das Mineral auf natürliche Weise zur individuellen Ernährung hinzuzufügen.

  • Grünkohl
  • Mandeln
  • Spinat
  • Rucola
  • Brokkoli
  • Brunnenkresse
  • Brennnesseln

Klassische Milchprodukte wie Rohmilch, Kefir, Käse gelten auch als Lebensmittel mit hohem Calciumgehalt, stehen aber auch im wissenschaftlichen Disput, v. a. wenn es um Calciummangel in Zusammenhang mit Osteoporose geht. 

Korb mit Brennnesseln
 

Ein Calciummangel beruht möglicherweise auf einem Mangel an Magnesium (siehe oben). Die Beziehung zwischen Calcium und Magnesium ist oft der Grund, warum Kalzium-Nahrungsquellen am effektivsten sind, wenn sie mit magnesiumreichen Nahrungsmitteln verzehrt werden. Zum Glück gibt es Produkte sowie Obst und Gemüse, die reich an Magnesium und Calcium sind. Dazu gehören:

  • Blattgemüse wie Spinat oder Mangold
  • Mandeln
  • Sesam
  • Sango Meereskoralle (vor allem als Calciumpräparat bekannt)

Die Frage, ob Milchprodukte wie Rohmilch, Käse und Kefir die ideale Calciumquelle sind, konnte bisher nicht eindeutig beantwortet werden. Einige Studien zeigen einen positiven Einfluss von Milchprodukten auf die Knochengesundheit, in anderen Studien hat Kuhmilch keine oder sogar potenziell schädliche Auswirkungen.

Einer der Gründe, warum Milchprodukte häufig nicht als die beste Quelle für die tägliche Calciumzufuhr beworben werden, ist der, dass Milchprodukte oft nur hohe Mengen an Kalzium enthalten, aber sonst nicht viele andere Nährstoffe enthalten. Gemüse und Nüsse sind hingegen auch eine gute Quelle für andere Stoffe wie Vitamine und Mineralien. Diese Nährstoffe sind alle für die Unterstützung der Knochengesundheit gleich wichtig wie Kalzium, da sie zusammenarbeiten, um die Mineraldichte in den Knochen aufrechtzuerhalten.

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