Der weibliche Zyklus & Kinderwunsch – wie hängen sie zusammen?

Frau schaut glücklich auf einen Schwangerschaftstest

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Nach der ersten Regelblutung, die meistens während der Pubertät einsetzt, pendelt sich bei Frauen der monatliche Zyklus ein. Der weibliche Zyklus bezeichnet die monatlich wiederkehrende Vorbereitung des Körpers auf eine mögliche Befruchtung. Wenn die Eizelle nicht befruchtet wird, wird die vorbereitete Gebärmutterschleimhaut abgestossen und es kommt zur Regelblutung. Der Zyklus startet dabei jeweils am ersten Tag der Periode. Erfahren Sie in unserem Ratgeber, welche Hormone den weiblichen Zyklus steuern, was in der ersten und zweiten Zyklushälfte passiert und wie diese im Zusammenhang mit den fruchtbaren Tagen und möglichem Kinderwunsch stehen.

So funktioniert der weibliche Zyklus

Der weibliche Zyklus wird durch das Wechselspiel verschiedener Hormone bestimmt. Während in der ersten Zyklushälfte das weibliche Geschlechtshormon Östrogen sowie die östrogenabhängigen Hormone LH und FSH für die Reifung der Eizelle und den Eisprung sorgen, dominiert in der zweiten Zyklushälfte das Hormon Progesteron.

In der ersten Zyklushälfte (dem ersten Tag der Periode bis zum Eisprung) sorgt vor allem das follikelstimulierende Hormon (FSH) für die Reifung der Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken. Die Eibläschen wiederum produzieren das wichtige weibliche Geschlechtshormon Östrogen, das kurz vor der vollständigen Reife der Eizelle die Ausschüttung des luteinisierenden Hormons (LH) anregt und so optimale Bedingungen für die Befruchtung (Weitung des Gebärmutterhalses und durchlässiger Zervixschleim) schafft – es kommt zum Eisprung. Ist der Östrogenspiegel zu niedrig, bleiben der Eisprung und damit eine mögliche Befruchtung aus.

Die zweite Zyklushälfte wird auch Luteal- oder Gelbkörperphase genannt. Ihren Namen verdankt sie dem Gelbkörper, der sich nach dem Eisprung aus der im Eierstock verbliebenen Eihülle entwickelt. Der Gelbkörper produziert das Hormon Progesteron und auch ein wenig Östrogen. Progesteron gehört neben Östrogen zu den wichtigsten weiblichen Geschlechtshormonen, vor allem bei Kinderwunsch, da es die Gebärmutterschleimhaut so beeinflusst, dass die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterwand überhaupt erst möglich wird. Mit einem ausreichend hohen Progesteronspiegel lässt sich also die Einnistung fördern.

Je nach individueller Zykluslänge dauert die zweite Zyklushälfte durchschnittlich zwölf bis 14 Tage. Sie beginnt unmittelbar nach dem Eisprung und endet am letzten Tag vor der nächsten Periodenblutung. Während dieser Zeit ist die Körpertemperatur leicht erhöht. Diese minimale Erhöhung wird durch das Progesteron verursacht und besteht in der Frühschwangerschaft fort. Kommt es innerhalb eines Zyklus‘ zur Schwangerschaft, ist Progesteron für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft essentiell. Ist keine Befruchtung eingetreten, bildet sich der Gelbkörper am Ende der zweiten Zyklushälfte wieder zurück – und damit auch die Progesteronproduktion. Die Gebärmutterschleimhaut wird abgestossen und die Periode setzt ein.

Temperaturkurve & Hormonverlauf während des Zyklus

Die Temperatur verändert sich während des Zyklus und kann ein Indikator dafür sein, in welcher Phase sich der Körper gerade befindet. Mit der Messung der Basaltemperatur kann zum Beispiel bestimmt werden, wann der Eisprung stattfindet.

Wie beschrieben wird der weibliche Zyklus von verschiedenen Hormonen gesteuert. Im grafischen Hormonverlauf wird deutlich, wann die Hormone Östrogen, Progesteron, LH und FSH ihren Höhepunkt erreichen.

Grafik Eisprung
Hormone während Zyklus

Der Eisprung – wichtig für die Befruchtung

Frau hält ein Fieberthermometer
iStock.com/AndreyCherkasov

In der Mitte des Zyklus, etwa zwischen dem 10. und 15. Zyklustag, findet der Eisprung (Ovulation) statt: Eine reife Eizelle verlässt den Eierstock sowie die sie umgebende, schützende Hülle (das Follikel) und wandert im Eileiter in Richtung Gebärmutter. Nur jetzt, in den 24 Stunden nach dem Eisprung, kann das Ei befruchtet werden. Ob der Eisprung stattfindet, kann mithilfe von Ovulationstests (Eisprungtests) festgestellt werden. Gemessen wird der Anteil des den Eisprung auslösenden Hormons LH im Urin an den Tagen um den Eisprung.

Auch wenn eine Befruchtung der Eizelle streng genommen nur bis zu einem Tag nach dem Eisprung erfolgen kann, ist das fruchtbare Zeitfenster – die fruchtbaren Tage – doch wesentlich grösser. Denn Spermien können im weiblichen Körper mehrere Tage lang überleben. An welchem Zyklustag die Hormone den Eisprung auslösen, ist von Frau zu Frau unterschiedlich und vor allem abhängig von der Zykluslänge. Während er bei einer Zykluslänge von 25 Tagen wahrscheinlich etwa um den 10./11. Tag stattfindet, kann er bei einer Zyklusdauer von 31 Tagen auch erst um den 16./17. Tag erfolgen. Ovulationstests und andere Massnahmen zur Zyklusbeobachtung, zum Beispiel der Zykluskalender oder die Messung der Basaltemperatur, können hier für Gewissheit sorgen.

Probleme in der 2. Zyklushälfte

Eine zu kurze zweite Zyklushälfte kann der Grund dafür sein, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht klappt. Ursächlich hierfür ist oft ein hormonelles Ungleichgewicht, das letztlich dazu führt, dass zu wenig Progesteron produziert wird. Von einer verkürzten Lutealphase spricht man, wenn die zweite Zyklushälfte kürzer als zehn Tage ist. Manche Frauen haben eine (zu) lange erste Zyklushälfte und eine entsprechend kurze zweite Zyklushälfte. Ob Ihre Lutealphase verkürzt ist, können Sie zum Beispiel mithilfe von Ovulationstests (Eisprungtests) herausfinden. Wenn Sie wissen, wann Ihr Eisprung stattfindet, können Sie die Tage vom Eisprung bis zum Einsetzen der Periode zählen.

Die Ursachen einer zu kurzen zweiten Zyklushälfte sind sehr unterschiedlich. Oft führen chronischer Stress, die vorherige Anwendung hormoneller Verhütungsmittel (zum Beispiel die Antibabypille), Über- oder Untergewicht oder das PCO-Syndrom zu einem Ungleichgewicht der Hormone. Nicht zu vergessen ist das Alter: Mit zunehmendem Alter wird die Hormonproduktion zunächst unregelmässiger, bevor sie nach und nach abnimmt. Da viele Frauen, die schwanger werden möchten, heute älter als 30 Jahre sind, werden Zyklusprobleme auch häufiger festgestellt, wenn es mit dem Kinderwunsch nicht so schnell klappt. Direkt lässt sich die Einnistung zwar nicht fördern, aber ein hormonelles Gleichgewicht in der zweiten Zyklushälfte kann dabei sehr hilfreich sein. Spezielle Frauenkräuter und Zyklustees können unterstützend wirken.

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Anna
Anna
Hat Sport- und Ernährungswissenschaften studiert, experimentiert gerne in der Küche und powert sich noch lieber in den Bergen aus. Als Mami sind ihr auch die Themen Ernährung in der Schwangerschaft, Stillzeit und von Kleinkindern vertraut.

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