Mariendistel - Eine beliebte Heilpflanze

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Woher stammt der Name der Mariendistel?

Der Legende nach erhielt die Mariendistel ihren Namen im frühen Christentum, als Jungfrau Maria während dem Stillen von Jesus einen Tropfen Muttermilch verlor, der auf eine Mariendistel fiel. Dadurch soll die Heilpflanze ihre typischen weissen Flecken auf den Blättern erhalten haben.

Wie sieht die Mariendistel aus?

Die Mariendistel wächst bis auf eine maximale Höhe von 200 cm und kann am Grund mit der Wurzelstruktur einen Durchmesser von bis zu 160 cm erreichen. Die Heilpflanze besitzt eine konische Form und wird zur Spitze hin immer schmaler. Die Blätter der Mariendistel sind hellgrün, meist haarlos und enthalten rund um die Adern die erwähnten typischen weissen Flecken. Die Blätter der Milchdistel sind lanzettartig geformt, meist gelappt oder gefiedert, weisen etwa 8 mm lange Stacheln an den Rändern auf und sind bis zu 50 cm lang und 25 cm breit. Die Blütenköpfe sind rötlich bis lila, besitzen eine für die Korbblütler typische Form und einen Durchmesser zwischen 4 bis 12 cm. Die Hüllblätter rund um die Blütenköpfe besitzen scharfe Dornen und Stacheln.

Welche Wirkungen werden mit der Mariendistel in Zusammenhang gebracht?

Die therapeutischen und gesundheitsfördernden Wirkungen der Mariendistel werden oft auf deren Wirkstoff Silymarin zurückgeführt. Damit verbunden werden unter anderem folgende Eigenschaften:

  • antioxidativ
  • antihepatotoxisch
  • entzündungshemmend
  • neuroprotektiv
  • blutzuckersenkend
  • immunmodulierend
  • das Herz-Kreislauf-System schützend
  • den Cholesterinspiegel regulierend


Das Anwendungsgebiet der Mariendistel ist relativ breit. Am häufigsten wird die Mariendistel jedoch in Zusammenhang mit Leberproblemen angewendet. Dies hat unter anderem den einfachen Grund, dass der Mariendistel eine leberschützende und regenerierende Wirkung nachgesagt wird. Dadurch wird die Leber, das Entgiftungsorgan schlechthin, unterstützt und kann im optimalen Fall ihre volle Wirkung ausüben oder wiedererlangen. Daher wird in der heutigen Zeit beim «Detoxen» ungern auf die Eigenschaften der Mariendistel verzichtet. Zusätzlich wird in der Leber die Gallenflüssigkeit hergestellt, eine grünlich-gelbe Flüssigkeit bestehend aus Cholesterin, Gallensalzen, Pigmenten und Wasser. Unter anderem unterstützt diese Flüssigkeit den Verdauungsprozess und ist bei der Beseitigung von Abfallprodukten beteiligt. Gallentreibende Mittel nennt man auch Cholagoga. Dabei wird zwischen Choleretika und Cholekinetika differenziert. Während Choleretika die Produktion der Gallenflüssigkeit in der Leber anregen, erleichtern Cholekinetika die Kontraktion der Gallenblase, was wiederum den Gallenfluss fördert. Das Faszinierende an der Mariendistel ist, dass sie sowohl choleretisch als auch cholekinetisch wirkt. Die in der Mariendistel enthaltenen Bitter- und Gerbstoffe sorgen dafür, dass die Verdauung zusätzlich unterstützt wird. Somit kann die Mariendistel auch appetitanregend und stimulierend wirken.

Die verschiedenen Darreichungsformen von Mariendistel

Beim Mariendistel-Tee werden in der Regel hauptsächlich die Früchte verwendet. Diese werden abgeschnitten, getrocknet und fein gemahlen. Mit heissem Wasser werden sie dann als Tee aufgesetzt. Da einer der wichtigsten Wirkstoffe der Mariendistel, Silymarin, fettlöslich ist, ist die Wirksamkeit von Mariendistel in Form von Tee ein wenig umstritten. Deshalb sollte in Ergänzung zum Tee auf die Einnahme einer geeigneten Fettquelle geachtet werden.

Das kaltgepresste Mariendistel-Öl wird aus den reifen Samen gewonnen und ist reich an Sterolen, essentiellen Fettsäuren, Antioxidantien und Vitamin E. Um von den ernährungsphysiologischen Eigenschaften zu profitieren, sollte das Öl nur für die kalte Küche verwendet werden, da ansonsten die wertvollen Nährstoffe bei starker Erhitzung beschädigt werden können. Aufgrund des hohen Gehalts an Linolsäure wird Mariendistel-Öl auch gerne in Kosmetika verwendet.
Die Vorteile von der Mariendistel sind auch in Form von Tabletten, Kapseln, Pulver oder Extrakt zu geniessen. In guter Qualität weisen diese Mariendistel-Präparate meist einen Anteil von 70-80 % Silymarin, sprich 200 bis 400 mg auf.

Woher stammt die Mariendistel ursprünglich und wann ist deren Blütezeit?

Während die Mariendistel ursprünglich nur in den südlichen Regionen der Welt, beispielsweise im mediterranen Raum, Südrussland oder Nordafrika anzutreffen war, ist die Heilpflanze heutzutage weit verbreitet. Die Silybum marianum wächst nun auch in Nord- und Südamerika sowie im Süden von Australien. Mehrheitlich für pharmazeutischen Zwecke, wird die Mariendistel jedoch auch in Ländern wie Österreich, Deutschland, Polen oder China angebaut. Wie üblich ist die Blütezeit von der Region abhängig. So blühen die Mariendisteln in der nördlichen Hemisphäre von Juni bis August während im Süden die Blütezeit zwischen Dezember und Februar liegt.

Welche Klimazonen werden von der Mariendistel bevorzugt?

Im Allgemeinen fühlt sich die Mariendistel in milden bis warmen Klimazonen wohl und bevorzugt einen nährstoffreichen Boden.

Mariendistel in der Geschichte

Der Geschichte nach sollen die positiven Eigenschaften der Mariendistel bereits vor über 2000 Jahren bekannt gewesen sein. So sollen bereits die antiken Griechen die Mariendistel als Heilpflanze verwendet haben. Unter anderem fand die Milchdistel Anwendung gegen Vergiftungserscheinung wie beispielsweise bei einem Schlangenbiss. Im Mittelalter fand die Mariendistel dann immer mehr Gebrauch in Zusammenhang mit Lebererkrankungen. Während der englische Botaniker John Gerard im 16. Jahrhundert in seinem Werk «Anatomie der Pflanzen», die Mariendistel bei Depressionen und ähnlichen psychischen Erkrankungen empfahl, zeigte der englische Arzt, Apotheker und Astrologe Nicholas Culpeper in seinem Werk «The complete Herbal and English Physician» die Zusammenhänge sowie gesundheitlichen Aspekte zwischen der Verwendung von Mariendistel und Lebererkrankungen und Gelbsucht auf. Auch die amerikanischen Ureinwohner wussten von der Silybum marianum Gebrauch zu machen und verwendeten sie in ihrer Naturheilkunde für die Behandlung von verschiedensten Erkrankungen oder Beschwerden, wie zum Beispiel Furunkeln.

Literatur
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Pérez-Hernández, Jesús, et al. A potential alternative against neurodegenerative diseases: Phytodrugs. Oxidative medicine and cellular longevity Vol. 2016; (2016).
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